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Romney und Obama zu Beginn der Debatte

TV-Duell um US-Präsidentschaft

Angriffslustiger Romney punktet gegen Obama

Es war ein sanfter Einstieg in das TV-Duell, doch für Präsident Obama gab er die Linie des Abends vor. Nach der Gratulation an seine Frau zum Hochzeitstag wirkte er wenig schlagfertig. Anders Herausforderer Romney, der gut vorbereitete Angriffe fuhr und einen dringend benötigten Punktsieg holte.

Von Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington

Nur zu Beginn des Fernsehduells waren Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney entspannt. Nach einem freundlichen Händedruck nutzte der Präsident erstmal die Gelegenheit, seiner in der ersten Reihe sitzenden Frau Michelle zum 20. Hochzeitstag zu gratulieren. "Und in einem Jahr", versprach Obama, "werden wir nicht vor 40 Millionen Zuschauern feiern."

Romney gratulierte und bewies Humor: "Hier mit mir auf der Bühne, Herr Präsident, das war bestimmt der romantischste Ort, den Sie sich für heute vorstellen konnten."

Obama enttäuscht in erster TV-Debatte
tagesschau 09:00 Uhr, 04.10.2012, Tina Hassel, ARD Washington zzt. Denver

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Romney: Amerikas Mittelschicht wurde zerdrückt

Doch dann begann der harte Schlagabtausch. Für den Republikaner Romney war es die letzte Chance, seinen Rückstand in den Umfragen aufzuholen. Entsprechend kämpferisch gab sich der Herausforderer. "Unter der Politik des Präsidenten hat Amerikas Mittelschicht gelitten", sagte Romney. "Sie wurde zerdrückt."

Amerika sei heute in einem deutlich schlechteren Zustand als vor vier Jahren: Seit 43 Monaten schon liege die Arbeitslosigkeit über acht Prozent, das Staatsdefizit habe sich seit Obamas Amtsantritt verdoppelt und gleichzeitig, so Romney, "haben sich die Benzinpreise verdoppelt und auch die Preise für Strom und Lebensmittel sind in die Höhe geschnellt". Diesen Status quo fortzusetzen, sei keine Lösung, warb Romney für einen Machtwechsel im Weißen Haus.

Erstes TV-Duell im US-Wahlkampf
M. Ganslmeier, NDR Washington
04.10.2012 07:09 Uhr

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Präsident Obama erinnerte dagegen an die schwierige Lage des Landes, als er vor vier Jahren ins Amt kam. Genau die Politik, die diese Schwierigkeiten verursacht habe, wolle Romney nun wieder einführen. Steuersenkungen für alle und keine Kürzungen im Verteidigungshaushalt - das werde die Staatsverschuldung um weitere fünf Billionen Dollar erhöhen und vor allem die Mittelschicht treffen. Obama wörtlich: "Die Mathematik, der gesunde Menschenverstand und die Geschichte zeigen, dass dies kein Rezept für Wachstum ist."

Michelle Obama umarmt ihren Mann
galerie

Es wirkt fast wie Trost: Michelle Obama umarmt ihren Mann nach der Debatte.

Doch nur selten wirkte der Präsident schlagfertig. Er sprach Romney nicht auf seine umstrittene Äußerung an, dass 47 Prozent der Amerikaner vom Staat abhängig sind. Auch Romneys Weigerung, sämtliche Steuererklärungen der vergangenen Jahre zu veröffentlichen, griff Obama nicht auf. Häufig fielen die Antworten des Präsidenten langatmig und professoral aus, so dass ihn Moderator Jim Lehrer an einer Stelle ermahnen musste: "Ihre 5 Sekunden sind seit langem verstrichen."

Fast 43 Minuten redete Obama, insgesamt vier Minuten mehr als Romney. Doch der Republikaner war inhaltlich bestens vorbereitet, formulierte prägnant und gab sich angriffslustig.

Punktsieg für Romney

Am Ende der neunzig Minuten waren sich die Experten einig: Der Herausforderer hat seine Chance genutzt. Der Präsident habe zwar keine gravierenden Fehler gemacht, doch irgendwie lustlos gewirkt. Statt Romney direkt anzuschauen, habe Obama zu häufig den Blick nach unten in seine Notizen geworfen. Das Fazit der Kommentatoren: Das erste Fernsehduell endete mit einem Punktsieg für Romney. Den hat er auch dringend benötigt. Denn in den Umfragen lag er zuletzt drei bis vier Prozentpunkte hinter Obama.

Stand: 04.10.2012 08:40 Uhr

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