Barack Obama und Wladimir Putin beim G8-Gipfel in Nordirland im Juni 2013 (Bildquelle: REUTERS)

Wegen Streit um Snowden Obama hält Putin hin

Stand: 07.08.2013 09:52 Uhr

US-Präsident Barack Obama ist nach eigenen Angaben enttäuscht über die russische Entscheidung, dem Enthüller Edward Snowden zeitweise Asyl zu gewähren. In einem Interview des Fernsehsenders NBC sagte er, im Verhältnis mit Russland gebe es einige "grundlegende Herausforderungen", die zu diesem Verhalten geführt hätten. Teilweise liege das an einer Tendenz Moskaus, in eine "Kalte-Kriegs-Mentalität" zurückzufallen.

Obama will zwar am G20-Gipfel teilnehmen, der am 5. und 6. September in der russischen Metropole St. Petersburg stattfindet. Er ließ in dem Gespräch jedoch demonstrativ offen, ob er den russischen Präsidenten Wladimir Putin bei einer gesonderten Begegnung in Moskau treffen wird. Aus dem Präsidialamt war verlautet, man prüfe, ob diese Zusammenkunft sinnvoll sei.

Der 30-jährige Informatiker Snowden hat Spähprogramme der USA und Großbritanniens enthüllt und wird in seiner Heimat wegen Geheimnisverrat gesucht. Die USA wollen, dass Russland Snowden ausliefert.

Obama reist zum G20-Gipfel nach St. Petersburg
R. Sina, WDR Washington
07.08.2013 07:04 Uhr

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Snowden war nicht direkt beim NSA angestellt, sondern gelangte an die geheimen Informationen als Mitarbeiter eines Unternehmens, das einen IT-Auftrag von der Geheimdienstbehörde erhalten hatte. Obama sagte, diese Tatsache lasse ihn darüber nachdenken, ob die US-Regierung "so viel Zeugs nach draußen" an externe Firmen geben sollte.

Außenminister treffen sich ebenfalls

Trotz der diplomatischen Reibereien wollen die Außen- und Verteidigungsminister der USA ihre russischen Kollegen am Freitag in Washington empfangen. Das seit Juni geplante Treffen von US-Außenminister John Kerry, Verteidigungsminister Chuck Hagel und ihren russischen Kollegen stand ebenfalls auf der Kippe. Beim Treffen mit Außenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Schoigu wollen die USA eine Reihe von Fragen klären, hieß es von Seiten des US-Außenministeriums.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. August 2013 um 09:00 Uhr.

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