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Um Israel von einem Militärschlag gegen den Iran abzuhalten, ist der amerikanische Präsident zu unkonventionellen Maßnahmen bereit, wie Cyberangriffe oder Sanktionen gegen die iranische Nationalbank. Denn eine solche militärische Verwicklung wäre ein Desaster für Obama - vor dem Wahljahr 2012.
Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington
Nein, sagt Obamas Sprecher Jay Carney kurz angebunden, in den letzten Tagen habe es zwischen US-Präsident Barack Obama und dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu keinen Gesprächskontakt gegeben. Das Klima zwischen Obama und Netanjahu ist frostig. Zum einen wegen des geplanten beschleunigten Ausbaus von israelischen Siedlungen in den besetzten Palästinensergebieten, betont Carney: "Wir sind tief enttäuscht über den Siedlungsausbau in Jerusalem und im Westjordanland".
[Bildunterschrift: US-Regierungssprecher Jay Carney ]
Zum anderen befürchtet Obama, dass Israels Ministerpräsident die USA in einen Angriff auf iranische Nuklearanlagen verwickeln könnte - und zwar ausgerechnet im kommenden US-Wahljahr 2012. Netanjahus kriegerische Töne gegenüber Teheran werden von Obamas Beratern und von den US-Medien aufmerksam registriert. "Netanjahu und Israels Verteidigungsminister Ehud Barak versuchen eine Kabinettsmehrheit für ein Militäraktion gegen den Iran zu organisieren", sagt beispielsweise Amy Goodman vom Fernsehsender "DemocracyNow".
Die Tatsache, dass sowohl der Premier, als auch der Verteidigungs- und Außenminister Israels einen Militärschlag gegen den Iran unterstützen, beunruhigt das Weiße Haus. Denn Obamas Militärberatern ist klar, dass Amerika automatisch in einen solchen Angriff hineingezogen würde. Israels Tests eines Raketensystems, das mit einer Reichweite von 7000 Kilometer auch den Iran erreichen kann, sorgt in Washington für zusätzliche Irritationen.
Zwar betont der US-Präsident bei jeder sich bietenden Gelegenheit, die USA würden auf keine ihrer Handlungsmöglichkeiten gegen den Iran verzichten. Und der Sprecher des US-Präsidenten fügte jetzt hinzu, die Regierung sei sich über das Bedrohungspotenzial Teherans durchaus im Klaren: "Wir nehmen die Bedrohung, die vom Iran ausgeht sehr genau wahr." Doch Obama möchte sich auf keinen Fall von Israel einen Bombenangriff auf iranische Nuklearanlagen aufzwingen lassen.
[Bildunterschrift: Dieses Treffen ist mehr als ein Jahr her: US-Präsident Obama mit Israels Regierungschef Netanjahu im September 2010 ]
Das letzte, was der US-Präsident in den kommenden Wahlkampfmonaten brauchen kann, ist eine neue militärische Auseinandersetzung. Zumal ein Angriff auf den Iran den Ölpreis drastisch erhöhen und die US-Wirtschaftskrise verschärfen würde. Bereits jetzt ist Amerikas Rekordarbeitslosenquote Obamas gefährlichster Gegner. Im Umgang mit dem Iran setze man weiterhin auf diplomatische Mittel, betont Obamas Sprecher Jay Carney .
Um Israel von einem Militärschlag abzuhalten, ist das US-Verteidigungsministerium zu unkonventionellen Maßnahmen gegen den Iran bereit. Zum Beispiel zu Cyberangriffen, ließen US-Verteidigungsexperten in der vergangenen Woche den US-Kongress wissen. Auch Sanktionen gegen die iranische Nationalbank schließen die USA nicht aus. Und sollte sich trotz aller Obama-Anstrengungen ein Angriff nicht vermeiden lassen, können sich die USA auf ihre britischen Verbündeten verlassen: Diese kundschaften nach Informationen der Tageszeitung "Guardian" bereits die besten Positionen für ihre Kriegsschiffe und U-Boote für den Fall eines Krieges gegen den Iran aus.
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