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Drei Tage dauert der Besuch von US-Präsident Obama in Indien - die Beziehungen sind prächtig. So würdigte Obama die Gastgeber als Weltmacht und und sagte ihnen Unterstützung im Bemühen um einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat zu. Indiens Premier Singh lobte die "Wärme und Anmut" der Obamas.
Von Kai Küstner, ARD-Hörfunkstudio Neu-Delhi
[Bildunterschrift: "Wir teilen eine Reihe von Grundwerten": US-Präsident Obama und Indiens Regierungschef Singh bei der Pressekonferenz ]
Wenn zwei Wirtschafts- und Bevölkerungs-Kolosse wie Indien und die USA eine Beziehung miteinander eingehen, dann kann das keine ganz gewöhnliche sein. Und so ähnlich drückte das auch US-Präsident Barack Obama aus, als er in Neu-Delhi verkündete: "Ich glaube, dass die Partnerschaft zwischen den USA und Indien eine der entscheidenden des 21. Jahrhunderts sein wird. Wir sind die beiden größten Demokratien in der Welt. Die Beziehungen der Menschen zueinander sind außergewöhnlich. Und am wichtigsten: Wir teilen eine Reihe von Grundwerten."
Dass sich Obama mit dem indischen Premier Manmohan Singh blendend versteht, ist kein Geheimnis. Die beiden tafelten am Sonntagabend zusammen und sprachen dann noch einmal tags darauf. Singh nennt Obama einen persönlichen Freund: "Der Präsident und die First Lady haben bei den Menschen in Indien einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Mit ihrer Wärme, ihrer Anmut und ihrer Entschlossenheit, die Beziehungen zwischen unseren großen Demokratien zu vertiefen." Mit "Anmut" dürfte Premier Singh nicht nur die viel bejubelte Tanzeinlage zu traditioneller indischer Musik gemeint haben, die Obamas Frau Michelle und schließlich auch er selbst am Wochenende in Mumbai hinlegten.
Auch inhaltlich sind die beiden Länder nach Aussagen Obamas dichter zusammen gerückt: "In meiner Funktion als Präsident hatte ich Gelegenheit, schon auf vielen Pressekonferenzen wie dieser mit meinen Amtskollegen zu erschienen. Aber ich kann mich nicht erinnern, jemals so viele neue Partnerschaften auf so vielen verschiedenen Gebieten zustande gebracht zu haben", sagte er.
Vor allem Obamas riesige Wirtschaftsdelegation, die er im Tross dabei hatte, dürfte auf ihre Kosten gekommen sein. Von indischen Aufträgen, die in den USA mehr als 50.000 neue Arbeitsplätze schaffen würden, sprach Obama, auch um Sorgen in seinem von der Wirtschaftskrise traumatisierten Heimatland zu zerstreuen: "Einer der Gründe, warum ich diese 50.000 Jobs so anpreise ist: wenn mich die Leute in Amerika fragen 'Warum verplemperst Du Deine Zeit mit Indien? Ist es nicht so, dass die uns die Jobs wegnehmen?' Dann kann ich denen entgegnen: 'Wisst ihr, die haben gerade 50.000 neue geschaffen.' Wir sollten nicht auf protektionistische Maßnahmen verfallen."
Indien und die USA werden auch beim Thema Terrorismus-Bekämpfung enger zusammenarbeiten - und sich gemeinsam für die Nicht-Verbreitung von Nuklearwaffen einsetzen, einem Herzensanliegen Obamas. Noch einmal wies der US-Präsident darauf hin, dass er seit seinem Amtsantritt in keinem anderen Land länger verweilte als hier. Indien, so Obama, sei nicht einfach ein aufstrebende Macht, sondern schon jetzt eine Weltmacht.
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