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Dass Barack Obama der erste schwarze Präsident der USA ist, ist oft betont worden. Doch der Blick ins "schwarze" New Yorker Viertel Harlem zeigt, dass man es gar nicht oft genug sagen kann. Euphorisch haben viele hier die Vereidigung verfolgt.
Von Lena Bodewein, ARD-Hörfunkkorrespondentin NewYork
[Bildunterschrift: Menschen in Harlem verfolgten die Vereidigung auf Großbildschirmen. ]
Beten für Obama beim "Public Viewing" in Harlem an der 125. Straße. "Gott möge den neuen Präsidenten beschützen", sagt eine Frau und dankt ihrem Schöpfer, dass sie diesen Tag erleben darf. Tausende Menschen mit Obama-Buttons und -Mützen schwenken Fahnen und vergießen Tränen, als sie ihren Präsidenten den Amtseid sprechen hören.
Hier wird Geschichte gemacht, es gibt Veränderung und Hoffnung, keine Gewalt mehr, es ist ein Neuanfang. Solche Sätze sagen die Menschen an der 125. Straße. Adam, Jayqom, Levi und Jimmi stehen mit hunderten anderen Schülern an, um diesen Neuanfang mitzuerleben, in der Harlem Armory, wo ab und an die Basketballer der Harlem Globetrotters spielen. "Wir dachten, wir erleben diesen Tag nicht mehr, aber jetzt können wir unseren schwarzen Jungen und Mädchen zeigen, dass sie alles tun können, wovon sie träumen", sagt Miss Walker, ihre Lehrerin.
[Bildunterschrift: Ein Schwarzer als US-Präsident. Viele - nicht nur in Harlem - hatten nicht geglaubt, das zu erleben. ]
Es ist die Inauguration of a Dream - die Amtseinführung eines Traumes. Unter dem Motto erleben dreieinhalbtausend Schulkinder in Harlem diesen Tag. Sie haben eine Band, eine Tanzgruppe, einen Chor. Sie singen "Yes we can", sie tanzen und steppen auf "O-Ba-Ma", sie zitieren den Bürgerrechtler Martin Luther King mit seinem berühmten Satz "We have a dream".
"Ein Schwarzer als Präsident heißt, dass alles möglich ist", sagt David während er auf den Moment des Amtseids wartet. der 15-Jährige malt ein Selbstportrait in Schuluniform und schreibt darüber "Yes I can". Dieser Tag sei eine Motivation für sie alle - egal, ob sie aus der Bronx oder Harlem kommen und egal welche Hautfarbe sie haben, meint die elfjährige Chelsea. "Es kommt nicht drauf an, ob du weiß bist oder ich schwarz, du könntest auch orange sein - es kommt nicht drauf an", so Chelsea.
[Bildunterschrift: Trotz aller Euphorie: Manchen in Harlem ist vor allem wichtig, dass Obama sich verkauft - ob als T-Shirt oder goldgerahmtes Porträt. ]
Nach der Vereidigung bieten Cafes, Restaurants und Bars in Harlem "Inauguration Dinners", viele Menschen laden zu privaten Parties. Das Outfit wird hier auf der 125. Straße gekauft. Eddy handelt mit Strass-besetzten Obama-Shirts. Dass der neue Präsident die gleiche Hautfarbe hat wie er, interessiert ihn nicht. Er könne schließlich seine Miete nicht mit dem ersten schwarzen Präsidenten bezahlen, meint er. Seinem Vermieter ist Obama egal, der will Anfang des Monats Dollars sehen. Also soll Obama sich gefälligst gut auf seinen T-Shirts verkaufen.
Nebenan gibt es Obama-Buttons, die First Family als Kühlschrankmagnet, reihenweise goldgerahmte Porträts des 44. Präsidenten. Und weil schließlich eine neue Zeitrechnung angebrochen ist, braucht man Obama-Kalender. Und zum Nachtisch gibt’s "Obama Bean Pie" - Obama-Kuchen für drei Dollar. "Iss ihn und du wirst schwarz", wirbt Leon. Der Kuchen sei aus "Bohnen, Zucker, Milch, Butter und jeder Menge Obama-Liebe." Das passende Dessert für diesen Tag.
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