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10.02.2012

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Ausland
Obama
Obama will 30.000 US-Soldaten nach Afghanistan schicken
Obama präsentiert neue Afghanistan-Strategie

Neue Truppen, neue Forderungen

Er hat ihn nicht begonnen - aber es ist längst sein Krieg. Jetzt hat US-Präsident Obama seine neue Afghanistan-Strategie präsentiert: 30.000 zusätzliche US-Soldaten, 2011 soll der Abzug starten. Und: Die NATO-Verbündeten sollen sich ebenfalls stärker engagieren - wohl auch Deutschland.

Von Anna Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington

Die Kadetten von West Point - der Elite-Akademie des US-Militärs - begrüßten ihren Obersten Befehlshaber mit freundlichem Applaus. Eine gute halbe Stunde dauerte die Rede des amerikanischen Präsidenten und danach war klar: Den Krieg in Afghanistan hat zwar vor acht Jahren George W. Bush begonnen - aber spätestens jetzt ist es Barack Obamas Krieg geworden.

Westpoint (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Kadetten der Militärakademie in West Point hören die Rede Obamas ]
Der Präsident kündigte an, zügig - und zwar bis zum nächsten Sommer - zusätzlich 30.000 US-Soldaten an den Hindukusch zu entsenden. Bereits im März hatte er 33.000 Soldaten dorthin beordert. Das heißt: Zwei Drittel der bald 100.000 amerikanischen Soldaten in Afghanistan gehen auf das Konto von Obama.

"Wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass die Sicherheit der USA in Afghanistan auf dem Spiel stünde, würde ich liebend gerne alle Soldaten morgen zurückholen. Die Entscheidung ist mir schwergefallen", sagte Obama. Aber er habe diese Entscheidung getroffen, weil er davon überzeugt sei, "dass unsere Sicherheit in Afghanistan und Pakistan in Gefahr ist".

Forderungen an die NATO-Partner

US-Präsident Obama (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: US-Präsident Obama will, dass auch die Verbündeten mehr Truppen nach Afghanistan schicken. ]
Gut drei Monate hat sich Obama Zeit für seine Entscheidung genommen. Der NATO-Kommandeur in Afghanistan, US-General Stanley McChrystal, hatte ihn um 40.000 zusätzliche Soldaten gebeten. Der Präsident will nun 30.000 schicken. Er ließ aber keinen Zweifel daran, dass er im Kampf gegen Taliban und Al Kaida auch von den anderen Nato-Partnern Unterstützung erwartet: "Jetzt müssen wir zusammenstehen, um diesen Krieg erfolgreich zu beenden. Auf dem Spiel steht nicht nur die Glaubwürdigkeit der NATO, sondern die Sicherheit unserer Alliierten und die kollektive Sicherheit der Welt."

Nato-Generalsekretär Rasmussen erklärte in der vergangenen Nacht, die Verbündeten der USA schickten mindestens 5.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan. Auch auf Deutschland könnte schon bald eine Anfrage zukommen. Deutschen Medienberichten zufolge erwartet die Bundesregierung in Berlin, dass Obama bis zu 2.500 Bundeswehrsoldaten zusätzlich fordern werde. Kanzlerin Merkel will darüber allerdings erst nach der internationalen Afghanistan-Konferenz Ende Januar entscheiden.

Abzug ab 2011?

In seiner Rede kündigte der US-Präsident aber nicht nur eine deutliche Aufstockung der Truppen an, er stellte auch vage ein Ende des Krieges in Aussicht: "Diese zusätzlichen US- und internationalen Truppen werden uns helfen, schneller die Verantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte abzugeben. Und dann können wir im Juli 2011 mit dem Abzug beginnen."

Wie schnell alle Soldaten aus Afghanistan zurückgezogen werden könnten, hänge aber von der Entwicklung im Land ab, betonte Obama. Das heißt: der Präsident stellte zwar den Anfang vom Ende des Afghanistan-Krieges in Aussicht. Aber mehr auch nicht.

Viele Militär-Experten hatten zuvor gewarnt, ein konkretes Enddatum zu nennen. Das nutze nur den Taliban und Al Kaida-Kämpfern.

Stand: 02.12.2009 05:17 Uhr
 

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