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20.11.2009

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Vier Optionen für Obamas Afghanistan-Strategie
Obama sucht Strategie

Vier Optionen für Afghanistan auf dem Tisch

Zweieinhalb Monate dauert die Suche nach einer Afghanistan-Strategie im Weißen Haus bereits. Nun scheint eine Entscheidung in Sichtweite. Experten rechnen damit, dass Obama aus vier Optionen diejenige auswählt, die den Forderungen von NATO-Oberbefehlshaber McChrystal nahe kommt.

Von Rüdiger Paulert, WDR-Hörfunkstudio Washington

"Die USA werden nicht unbegrenzt in Afghanistan bleiben." Dies müsse man der afghanischen Regierung klar machen, heißt es in einer schriftlichen Erklärung des Weißen Hauses, nachdem sich US-Präsident Barack Obama bereits zum achten Mal mit seinen Afghanistan-Experten beraten hat. Damit hat er zumindest auf der politischen Ebene die Weichen gestellt und den Druck auf die afghanische Regierung erhöht.

US-Präsident Barack Obama (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: US-Präsident Obama hat sich bislang auf keine Strategie für Afghanistan festgelegt. ]
Zugleich hat er damit den Bedenken seines Afghanistan-Botschafters Rechnung getragen. Karl Eikenberry hatte in der vergangenen Woche, wie erst jetzt bekannt wurde, seine Sorgen über eine Verstärkung der US-Truppen geäußert, solange der afghanische Präsident Hamid Karsai nicht entschlossen gegen Korruption und Missmanagement vorgehe.

Entscheidung nächste Woche?

Bereits zweieinhalb Monate dauert die Strategiesuche für die Fortsetzung des Krieges in Afghanistan. Dieser wird im Gegensatz zum Irak-Krieg immer mit dem Namen Obama verknüpft sein. Beobachter in Washington erwarten, dass Obama kurz nach seiner Rückkehr von einer Asienreise am 19. November seine Entscheidung verkünden wird.

Indirekt bestätigte dies der Oberbefehlshaber für die gesamte Krisenregion, General David Petraeus: "Wir rücken einer Entscheidung in dieser wichtigen Sache näher. Es ist sehr wichtig, dass wir uns erinnern, warum wir in Afghanistan sind, nämlich um sicherzustellen, dass dieses Land nicht noch einmal ein Rückzugsgebiet für Al Kaida und für internationale Terroristen wird."

Vier Optionen auf dem Tisch?

Rund 68.000 amerikanische Soldaten sind bereits in Afghanistan. In der Strategiediskussion um eine Truppenaufstockung soll es nach Angaben von US-Zeitungen vier Optionen geben. Sie reichen von zusätzlichen 10.000 bis rund 40.000 Soldaten.

Mit 20.000 zusätzlichen Soldaten, so die "Washington Post", könne man die dicht besiedelten Bereiche Afghanistans sichern und in schwachbesiedelten Regionen die Taliban mit unbemannten Drohnen bekämpfen.

US-Soldaten beim Kampfeinsatz in Helmand (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: US-Soldaten beim Kampfeinsatz in Helmand ]
Mit 30- bis 35.000 zusätzlichen Soldaten, so wolle es Verteidigungsminister Robert Gates, käme man den Forderungen des NATO-Oberbefehlshabers in Afghanistan, Stanley McChrystal, schon sehr nahe, zumal man sich eine Aufstockung in dieser Höhe durch Soldaten verbündeter Staaten erhoffe.

40.000 zusätzliche US Soldaten hatte McChrystal ursprünglich gefordert. Damit könne er die Sicherheit der Afghanen in den zehn bis zwölf größten Städten des Landes gewährleisten und die Gebiete zurückerobern, die in den vergangenen 18 Monaten an die Taliban verloren gegangen sind.

McChrystal könnte sich durchsetzen

US-General Stanley McChrystal (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: US-General Stanley McChrystal befehligt in die US-Soldaten in Afghanistan sowie die ISAF-Truppen. ]
Keine dieser Optionen habe Obama zufriedengestellt, hieß es nach dem Treffen der Afghanistan-Runde im Weißen Haus aus mehreren namentlich nicht genannten Quellen. Obama müsse auch die finanziellen Folgen für die USA berücksichtigen. Grob gerechnet kosten jeweils 1000 Soldaten zusätzlich rund eine Milliarde Dollar pro Jahr. Doch glauben Experten, dass Obama letztlich wohl nur leicht unter den Forderungen McChrystals bleiben werde, der sich dann mit seiner bereits vor Monaten geäußerten Strategie weitestgehend durchgesetzt haben könnte. Warnend hatte McChrystal immer wieder gesagt: "Eine Strategie, die Afghanistan nicht stabilisiert, ist eine sehr kurzsichtige Strategie."

Stand: 12.11.2009 18:21 Uhr
 

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