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Vor der Erzfeindin zur Ministerin: Der künftige US-Präsident Obama hat Senatorin Clinton als Außenministerin nominiert. Die bedankte sich bei ihrem Konkurrenten aus dem einmalig harten Vorwahlkampf - und stellte klar: Ohne die USA werden die Probleme der Welt nicht gelöst werden.
Von Klaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington
In den Tagen des politischen Übergangs von der Bush- zur Obama-Regierung ist Chicago die heimliche Hauptstadt der USA. Barack Obama, der gewählte Präsident, hat hier in seiner Heimatstadt sein Hauptquartier aufgebaut. Hier gibt er bis zur Amtsübernahme am 20. Januar seine Pressekonferenzen - und hier verkündete er auch die Nachricht, auf die alle in den Vereinigten Staaten seit Wochen warten: "Ich kenne Hillary Clinton als Freundin, Kollegin, als Beraterin und als eine harte Wahlkampfgegnerin. Sie ist außerordentlich intelligent und hat eine bemerkenswerte Arbeitsmoral. Ich bin stolz, dass sie unsere nächste Außenministerin sein wird."
[Bildunterschrift: Barack Obama über Hillary Clinton: "Ich bin stolz, dass sie unsere nächste Außenministerin sein wird." ]
Ernst und konzentriert schaute Hillary Clinton in die Journalistenrunde, als sie ihr zukünftiger Chef als neue "Secretary of State" präsentierte. Nur bei Obamas Bemerkung, dass sie auch eine harte Wahlkampfgegnerin gewesen sei, huschte ein leichtes Lächeln über ihre Lippen.
Und schließlich trat sie selbst ans Mikrofon und sagte, dass es für sie eine harte Entscheidung war, ihren Posten im Senat aufzugeben und in das Kabinett Obama einzutreten - aber dann habe sie sich doch entschieden, Außenministerin zu werden: "Ich bin stolz darauf, diesem Team beizutreten und dass wir gemeinsam die schwierigen und aufregenden Aufgaben dieses Jahrhunderts bewältigen können. Möge Gott Sie und alle, die diesem großartigen Land dienen, segnen." Die weltweiten Probleme, so meinte Clinton, könnten die USA nicht ohne die Welt, aber die Welt auch nicht ohne die USA lösen.
Kommentar:
Barack Obama verkündete bei seiner heutigen Pressekonferenz noch weitere wichtige Personalentscheidungen: Der republikanische Politiker, Roberts Gates, der bereits in der Bush-Regierung Verteidigungsminister war, wird seinen Posten auch unter dem Demokraten Obama behalten. Kontinuität in der Sicherheitspolitik wollte der zukünftige Präsident mit dieser Entscheidung demonstrieren. Und zeigen will er mit dieser Personalie auch, dass sein Wahlkampf-Versprechen, über die Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten zu wollen, nicht nur ein leeres Gerede war.
Obama stellte auf seiner Pressekonferenz auch Eric Holder vor, der neuer Justizminister wird. Außerdem erhält Janet Napolitano den Posten als Heimatschutzministerin. Die Obama-Vertraute Susan Rice, die mit der amtierenden Außenministerin nicht verwandt und nicht verschwägert ist, wird neue US-Botschafterin bei den Vereinigten Nationen. Und James Jones, der Ex-General, wird Obamas Sicherheitsberater.
Insgesamt bezeichnete Obama sein Team als ausgewogen und hervorragend geeignet, den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können. "Wir werden unser Militär und unsere Diplomatie einsetzen, unsere Geheimdienste und das Recht, unsere Wirtschaft und unsere Moral." Das herausragende Team, das hier heute versammelt ist, sei hierzu mehr als geeignet, betonte er.
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