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US-Firstlady Michelle Obama vor dem Parteitag der Demokraten in Charlotte.

Michelle Obama wird Parteitag eröffnen

First Lady als "Cheerleader-in-Chief"

In Charlotte im US-Staat North Carolina beginnt heute der Nominierungsparteitag der US-Demokraten. Als einer der Höhepunkte ist eine Rede von Michelle Obama geplant: Die First Lady eröffnet als "Cheerleader-in-Chief" die Parteiversammlung. Ihrem Mann könnte sie die Wiederwahl sichern.

Von Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington, zzt. Charlotte

Von solchen Popularitätswerten kann US-Präsident Barack Obama nur träumen: 66 Prozent aller Amerikaner finden, dass seine Frau Michelle als First Lady einen sehr guten Job macht. Kein Wunder, dass sie im Endspurt des Wahlkampfs enorm wichtig für die Wiederwahl ihres Mannes ist.

Heute Abend hält Michelle Obama die Eröffnungsrede auf der Parteiversammlung der Demokraten in Charlotte in North Carolina: "Cheerleader-in-Chief" könnte man sagen. Dabei fremdelte die First Lady anfangs mit ihrer Aufgabe.

Firstlady Michelle Obama eröffnet Parteitag der Demokraten
M. Ganslmeier, NDR Washington
04.09.2012 04:32 Uhr

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Das Leben im Weißen Haus sei die Hölle, soll sie Carla Bruni gestanden haben. Auch wenn die Aussage schnell dementiert wurde, Michelle Obama und ihre neue Rolle als First Lady - das war in den ersten beiden Jahren kein Selbstläufer. Die erfolgreiche Spitzen-Juristin, aufgewachsen in einfachsten Verhältnissen in Chicago, hatte ihr Leben immer selbst bestimmt. Als First Lady dagegen gaben plötzlich langweilige Termine und das Protokoll den Takt vor.

Wichtigste Beraterin des Präsidenten

Michelle Obama vor dem Parteitag der Demokraten
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Michelle Obama füllte ihre Aufgabe als First Lady immer mehr mit Leben.

Zwischen ihr und dem Stab im Weißen Haus knirschte es heftig. Denn für Barack Obama war und blieb Ehefrau Michelle die wichtigste Beraterin: "Ich verlasse mich heute noch mehr auf sie als früher", gestand der Präsident kürzlich, und die gemeinsame Zeit im Weißen Haus habe "ihre Ehe eher gestärkt als geschwächt".

Je schwieriger in Zeiten der Wirtschaftskrise Obamas Amt als Präsident wurde, desto mehr füllte Michelle Obama ihre Aufgabe als First Lady mit Leben. Sie engagiert sich für eine gesündere Ernährung der oft übergewichtigen Kinder in Amerika, geht in Schulen, um für mehr Bewegung und Schulsport zu werben. Sie besucht regelmäßig die Familien der Kriegsveteranen und spricht öffentlich über die Belastungen der Soldaten-Familien durch die Kriege im Irak und in Afghanistan.

Gemüsegarten im Weißen Haus

Als erste First Lady seit dem Zweiten Weltkrieg hat sie im Garten des Weißen Hauses wieder einen Gemüsegarten angelegt. Stolze 140 Quadratmeter groß ist er mittlerweile, denn ständig kommen Schulklassen, um beim Graben, Pflanzen und Jäten zu helfen. "Seid Ihr bereit für die Ernte?", ruft Michelle Obama, "heute ziehen wir Gemüse aus dem Boden, okay."

In den Fernsehshows der Comedians ist die First Lady wegen ihrer Schlagfertigkeit ein beliebter Gast. Stephen Colbert will von ihr wissen, ob sie schon mal dem Präsidenten angedroht hat: "Pass auf, sonst mache ich keinen Wahlkampf mehr für Dich!" - Michelles Antwort: "Gute Idee! Wenn ich nach Hause komme, probiere ich es gleich aus!"

Gemeinsame Auftritte gehören zur Mission Wiederwahl

Seit einigen Wochen ist die "Mom in Chief" wieder "Cheerleader-in-Chief" für die Wiederwahl ihres Mannes. Es ist der letzte Wahlkampf für Barack und Michelle Obama. Manchmal treten beide gemeinsam auf. Sie beginnt meist mit einer persönlichen Schilderung Ihres Mannes und seiner Politik. Als Sohn einer alleinerziehenden Mutter kenne er die Sorgen und Nöte der kleinen Leute.

In Anspielung auf den republikanischen Herausforderer und Multi-Millionär Mitt Romney sagt Michelle Obama gern: "Euer Präsident weiß, was es heißt, wenn eine Familie kämpfen muss. Er weiß, was es heißt, wenn man ein besseres Leben für seine Kinder und Enkelkinder will."

Leitmotiv einer gerechten Gesellschaft

Barack und Michelle Obama
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Lotse oder Loser? Michelle Obama ist für das Image ihres Mannes enorm wichtig.

Genau das wird das Leitmotiv sein, wenn Michelle Obama die Parteiversammlung der Demokraten eröffnet. Keiner kennt ihren Mann und das, was ihn täglich antreibt, so gut wie sie. Keiner kann so authentisch wie sie beschreiben, dass der Präsident - anders als von den Republikanern behauptet - kein führungsschwacher Loser ist, sondern hart arbeitet, damit es Amerika morgen besser geht.

Ihr Mann stehe für eine moderne und gerechte Gesellschaft - für eine Gesellschaft, in der Lehrer und Feuerwehrleute keinen höheren Steuersatz zahlen als Millionäre. Das wird Michelle Obama den Delegierten und Millionen von Fernsehzuschauern erzählen. Und wer könnte dies glaubhafter als sie, die im Armenviertel von Chicago aufwuchs und es dank guter Lehrer und harter Arbeit an die besten Universitäten des Landes schaffte.

Michelle Obama hat stets betont: "Ich habe kein Interesse aktiv in die Politik einzusteigen und werde es nie haben". Heute wird sie eine sehr persönliche, aber auch die politischste Rede ihres Lebens halten.

Stand: 04.09.2012 04:45 Uhr

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