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Barack Obama beim Nominierungsparteitag der Demokraten 2008

US-Präsident vor erneuter Nominierung

Obama sucht nach dem Zauber von einst

Im Wahlkampf 2008 hat Barack Obama seine Anhänger begeistert. Seine Versprechen weckten große Hoffnungen. Manches hat er erreicht. Doch viele Wähler sind auch enttäuscht. Eine Euphorie wie einst wird seine erneute Nominierung diese Woche kaum auslösen.

Von Sabrina Fritz, SWR-Hörfunkstudio Washington

Als Barack Obama vor vier Jahren die Bühne der Demokraten betrat, kam er kaum zu Wort. "Mit tiefer Dankbarkeit und großer Demut nehme ich Ihre Nominierung für die Präsidentschaft an", sagte er damals. Der Jubel nach diesen Worten war ohrenbetäubend.

Jetzt, vier Jahre später, erwartet selbst Obamas oberster Wahlkampfmanager David Axelrod auf dem Parteitag in Charlotte nicht mehr eine vergleichbare Euphorie wie damals. Der Präsident selbst gab im Lauf des Jahres Fehler zu. "Der Fehler war zu denken, der Job ist es, die richtige Politik zu machen", sagte er. "Aber die Natur dieses Amtes verlangt auch, den Menschen eine Geschichte zu erzählen: über Ziele, Gemeinsamkeiten und Optimismus, besonders in schwierigen Zeiten."

Obama 2012 - was ist aus dem Zauber des Anfangs geworden?
S. Fritz, SWR Washington
03.09.2012 17:36 Uhr

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Erfolge in den ersten Jahren

Kapitol in Washington
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Die neuen Mehrheitsverhältnisse im Kongress erschwerten Obama die Arbeit nach 2010.

Der große Redner Obama soll also ausgerechnet darin versagt haben, seine Politik zu verkaufen? James Thurber sieht noch andere Gründe. Er leitet das Institut für Kongress- und Präsidenten-Studien an der American University. Die ersten zwei Jahre, so sagt er, waren noch voller Erfolge. Der Präsident habe vieles verändert.

Doch 2010 bei den Kongresswahlen hätten die Wähler ihrem Präsidenten einen Klotz ans Bein gebunden. Er sei nur noch schleppend vorangekommen. 2010 übernahmen die Republikaner die Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Es sei kaum noch möglich gewesen, irgendwelche Gesetze durch den Kongress zu bringen, so Thurber. "Es gibt nur noch zwei Prozent moderate Abgeordnete. In den 60er- und 70er-Jahren waren es noch 30 Prozent. Man konnte zusammenarbeiten und etwas erreichen", sagt er. "Heute ist alles viel ideologischer."

Enttäuschung nach vielen Versprechen

Als Obama vor vier Jahren gewählt wurde, habe er die höchsten Zustimmungsraten seit Präsident Dwight D. Eisenhower 1953 gehabt, sagt Präsidenten-Kenner Thurber. Inzwischen sind nur noch 43 Prozent der Amerikaner mit der Politik ihres Präsidenten zufrieden. Die Afro-Amerikaner finden, er habe zu wenig für sie getan. Die amerikanische Mittelklasse wirft ihm vor, zu wenig für die Wirtschaft zu tun und zu viel Geld auszugeben.

US-Präsident Barack Obama
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Im Wahlkampf 2012 kämpft Obama gegen die Enttäuschung vieler seiner Wähler von 2008.

Am Ende hat er vielleicht einfach zu viel versprochen. Auf dem Parteitag vor vier Jahren versprach Obama ein gerechteres Steuersystem, eine Krankenversicherung für alle, ein besseres Ansehen der USA in der Welt. Er wollte die Umwelt retten und dafür kämpfen, dass Väter sich mehr um ihre Kinder kümmern. Vielleicht ist auch das ein Problem, dass sich Familie und das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht miteinander vereinbaren lassen.

In einem aktuellen Interview mit CNN sagte Obama: "Manchmal heißt es, Michelle und ich sind unnahbar, weil wir nicht genügend ausgehen, zum Beispiel zu Dinner-Veranstaltungen", erklärte er. "Aber ich sage, das hat etwas damit zu tun, dass wir Eltern sind." Und dann gab der Präsident einen Einblick in das Obamasche Familienleben: "Am Abend möchten wir um 6.30 Uhr mit unseren Kindern zu Abend essen - und ich möchte ihnen bei den Hausaufgaben helfen."

Stand: 03.09.2012 18:13 Uhr

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