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Die wichtigste Hürde hat er geschafft: Barack Obama wird der Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Doch bevor er sich auf den echten Wahlkampf gegen den republikanischen Herausforderer McCain konzentrieren kann, muss er sich mit seiner Parteigenossin Clinton arrangieren.
Von Carsten Schmiester, NDR, ARD-Hörfunkstudio Washington
[Bildunterschrift: Der Gewinner der demokratischen Vorwahlen vor seinen Anhängern in St.Paul, Minnesota. ]
Barack Obama, der erst 46-jährige Senator, hat es geschafft. "Dank Eurer Hilfe kann ich heute Nacht sagen, dass ich der Präsidentschaftskandidat der Demokraten sein werde", sagte Obama vor seinen Anhängern. Mit dem Wahlsieg in Montana, der letzten Vorwahl seiner Partei, hat er gegenüber der in South Dakota siegreichen Hillary Clinton nach Delegiertenstimmen einen uneinholbaren Vorsprung.
Clinton aber weigerte sich, ihre Niederlage einzugestehen und aufzugeben. "Das war ein langer Wahlkampf", so Clinton kämpferisch wie stets in den vergangenen fünf Monaten, "ich werde heute keine Entscheidungen treffen."
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Clintons können alles - nur nicht verlieren
Damit ist der Ruf der Clintons gefestigt: Sie können alles – nur nicht verlieren. Hillary weist darauf hin, dass sie – freilich nach ihrer Rechnung – die meisten Stimmen der demokratischen Basis bekommen hat und will in den kommenden Tagen mit Parteioberen und Freunden weitere Schritte beraten, sich dem Vernehmen nach aber vor allem schnellstmöglichst mit Obama zusammensetzen. Freunden gegenüber soll sie Interesse an der Vizepräsidentschaft bekundet haben. Man vermutet, dass sie ihre endgültige Aufgabe an Bedingungen wie das Versprechen Obamas knüpfen will, sie zu seiner Stellvertreterin zu machen.
Insider wie Howard Fineman vom "Newsweek"-Magazin bezweifeln das allerdings, wittern ein Täuschungsmanöver: "Obama wird ihr das Amt nicht anbieten, wenn er denkt, dass sie es annehmen würde. Umgekehrt sagen mir Leute, die sie sehr gut kennen, dass sie diesen Job in Wahrheit gar nicht will."
[Bildunterschrift: Weiter Kampfstimmung: Clinton will vielleicht Vize-Präsidentin werden. ]
Fineman und andere vermuten eher, dass Clinton pokert, um nicht als Verliererin aus dem Rennen zu gehen, sondern als zweite Siegerin. Sie will, dass Obama ihr keine nur nach dem Protokoll bedeutende, sondern wirklich wichtige Rolle in seiner Regierung zusagt. Das ist Teil Eins seiner doppelten Herausforderung: Er muß die nach dem harten Wahlkampf verbitterten Clintons bändigen. Das werde seine bisher größte diplomatische Mission, so Fineman. "Er will ja auf der Weltbühne als Diplomat auftreten. Aber lange, bevor er die ersten Staatschefs trifft, muß er einen Weg finden, mit diesen beiden fertigzuwerden, mit Hillary und Bill Clinton."
Um sich danach der zweiten Herausforderung zu stellen: Seinem republikanischen Rivalen John McCain. Nach Umfragen liegt Obama nicht allzu deutlich vor dem 71 Jahre alten Vietnamveteranen, der sich immer öfter, etwa bei der Klimapolitik, vom "Buhmann" George Bush distanziert, sich als "guten Republikaner" darstellt und Obama als unerfahrenen "Grünschnabel". Was den Wahlausgang angeht, wagt deshalb selbst der erfahrene Tim Russert, Washingtoner Bürochef des Senders "NBC", keine Prognose. "Diese Wahl könnte so knapp ausgehen wie die in 2000 und 2004. Beide dürften diesmal in ihren Kernstaaten mehr Wähler mobilisieren", sagt Russert. Aber das Ergebnis ist völlig offen, daran gebe es keinen Zweifel.
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