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Nach dem G-8-Gipfel in Italien und einem Besuch bei Papst Benedikt XVI. ist US-Präsident Obama in Begleitung seiner Frau Michelle und seinen Kindern in Ghana eingetroffen. In der Hauptstadt Accra trifft Obama den ghanaischen Präsidenten Atta-Mills und hält eine Grundsatzrede vor dem Parlament.
Von Marc Dugge, ARD-Hörfunkstudio Nordwestafrika
Er ist überall: Auf unzähligen Plakaten lächelt er auf die Stadt herunter - zusammen mit Ghanas Präsident John Atta Mills. Der wurde per Fotomontage einfach an die Stelle von Michelle Obama gesetzt. "Unser Sohn kommt nach Hause", heißt es in Videoclips, die pausenlos im Fernsehen gezeigt werden. Und der passende Soundtrack kommt von dem ghanaischen Sänger Blakk Rasta und tönt aus jedem noch so kratzigen Lautsprecher.
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Für Ghana ist das nicht irgendein Staatsbesuch. Obama kommt, der Schwarze, der das Unmögliche möglich gemacht und es an die Spitze einer Weltmacht gebracht hat. Kofi, Student in Accra, sagt: "Ich bin sehr, sehr glücklich. Obama ist ein echter schwarzer Afrikaner. Die Leute lieben ihn. Wenn er spricht, fühlt man den Spirit, er gibt dir Hoffnung. Wir sind sehr froh, dass er nach Ghana kommt."
[Bildunterschrift: Jubelnder Empfang für Obama in der Nacht in Accra. ]
Obama kommt nicht ohne Grund nach Ghana. Das Land hat seine Präsidentschaftswahl im Dezember ohne größere Zwischenfälle über die Bühne gebracht. Und in den vergangenen Jahren ein ordentliches Wirtschaftswachstum erzielt. Dafür gibt es Applaus von Amerika - und die Ghanaer sind mächtig stolz, wie K.K. Apraku, der ehemalige Handelsminister Ghanas, betont: "Wir haben Ghana wieder auf die Spur gebracht. Als wir ins Amt kamen, fanden wir eine ruinierte Wirtschaft vor. Wir haben uns an die Arbeit gemacht. Wir wussten, wie die Lage war.“
Ghana ist das Paradebeispiel für Obamas Auffassung, dass gute Regierungsführung letztlich auch zum Wirtschaftsaufschwung führt und den Menschen damit direkt zugute kommt.
[Bildunterschrift: Ein Obama-Fan in Ghana. Anderswo sind die Afrikaner enttäuscht, weil Obama ihr Land nicht besucht. ]
Ghana ist stolz auf den Obama-Besuch - anderswo in Afrika ist man enttäuscht. In Kenia zum Beispiel, dem Heimatland von Obamas Vater. Barack Obama hatte auf einen Besuch dort wenig Lust wegen der politischen Verhältnisse. Und auf einen Besuch bei Ghanas großem Nachbarn Nigeria verzichtete der US-Präsident ebenfalls. Reuben Abati, Chefkolumnist von der nigerianischen Zeitung Guardian, meint dazu: "Die Nigerianer hätten erwartet, dass, wenn er nicht in Kenia vorbeischaut, zumindest ihrem Land einen Besuch abstattet, dem bevölkerungsreichsten Afrikas. Ghanas Demokratie ist erfolgreicher als die nigerianische. Die Botschaft, die von dem Besuch ausgeht, entgeht den meisten Nigerianern nicht."
Trösten könnte die Nigerianer nur, dass der Obama-Besuch ein Blitzbesuch ist. Nicht einmal 24 Stunden wird Obama in Ghana sein. Nach einer Grundsatzrede vor dem Parlament Samstagfrüh wird er mit seiner Frau ein Krankenhaus besuchen. Und dann ein früheres Sklavengefängnis an der Küste besichtigen. Als schwarzer Präsident. Für viele Ghanaer eine besonders wichtige Geste.
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