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Nach Amoklauf von Newtown
US-Waffenlobby bricht ihr Schweigen
Die US-Waffenlobby hat sich vier Tage nach dem Amoklauf an einer amerikanischen Grundschule mit 27 Toten erstmals öffentlich geäußert. Die National Rifle Association (NRA) teilte in einer kurzen Stellungnahme mit, dass sie "schockiert, traurig und todunglücklich" über die "schrecklichen und sinnlosen Morde" sei. Ihr langes Schweigen begründete sie mit dem "Respekt vor den Angehörigen der Toten und ihrer Trauer".
Amoklauf zwingt Amerika zum Umdenken
ARD-Morgenmagazin, 19.12.2012, Friedrich Leist, ARD Washington
"Sinnvolle Beiträge" werden am Freitag bekannt gegeben
Die Waffenlobby kündigte außerdem mögliche Konsequenzen an, allerdings ohne konkret zu werden: "Die NRA ist bereit, sinnvolle Beiträge zu leisten, um zu helfen, dass so etwas niemals mehr geschieht." Am Freitag wolle die Organisation Einzelheiten bekannt geben. Die NRA tritt seit Jahrzehnten strikt für das Recht auf Waffentragen in den USA ein. Sie kämpfte bisher auch energisch gegen alle Versuche, strengere Waffengesetze einzuführen.
Vor der Stellungnahme der NRA hatte US-Präsident Barack Obama seine Unterstützung für ein geplantes Gesetz zum Verbot von Sturmgewehren erklärt. Er werde den Gesetzentwurf der demokratischen Senatorin Dianne Feinstein zum Verbot bestimmter halbautomatischer Waffen wie Sturmgewehren "aktiv unterstützen", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. Zudem trete der Präsident für ein Gesetz ein, das den Verkauf von Waffen durch Privathändler ohne eine Überprüfung der Käufer untersagt. Damit äußerte sich der Präsident erstmals seit dem Amoklauf an der Grundschule von Newtown konkret zu einem Gesetz zur Verschärfung des Waffenrechts.
Bei dem Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown waren am Freitag 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen worden. Der Täter, der zuvor zu Hause auch seine Mutter ermordet hatte, richtete sich nach der Bluttat selbst. Obama hatte in ersten Reaktionen Konsequenzen aus der Tragödie gefordert, wollte sich aber "in den kommenden Wochen" konkreter zu dem Thema äußern. Obama gilt schon länger als Befürworter eines strengeren Waffenrechts, allerdings hatte er sich bislang nicht aktiv für eine Gesetzesreform eingesetzt.
Offensive gegen Sturmgewehre
Feinstein hatte angekündigt, bei der ersten Sitzung im neuen Jahr am 3. Januar ein strengeres Waffengesetz in den Senat einzubringen. Dem Entwurf zufolge sollen der Verkauf, der Transfer, die Herstellung sowie der Import von rund 100 Modellen von Sturmgewehren verboten werden. Auch Magazine mit mehr als zehn Schüssen sollen für Privatpersonen künftig tabu sein.
Obama für neue Waffenverbots-Initiative
B. Klein, DLR Kultur
19.12.2012 13:04 Uhr
Stand: 19.12.2012 03:57 Uhr
