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Romney und Obama im TV-Duell

TV-Duell zwischen Obama und Romney

Auf zum entscheidenden Gefecht

Die erste Fernsehdebatte hat der Republikaner Romney klar für sich entschieden. Im zweiten Duell konnte US-Präsident Obama punkten. Auch in den Umfragen liegen beide Kopf an Kopf. Heute Nacht wird mit Spannung das dritte und letzte Fernsehduell vor der Wahl erwartet. Das vielleicht entscheidende Aufeinandertreffen findet in Boca Raton in Florida statt und es geht um außenpolitische Themen.

Von Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington, zzt. Boca Raton

Bis zum 11. September war Barack Obama der klare Favorit für die letzte Fernsehdebatte. Die Außenpolitik schien eine sichere Bank für den Präsidenten: "Ich hatte versprochen, dass ich den Krieg im Irak beende. Das habe ich getan", so Obama selbstbewusst in einem CBS-Interview: "Und ich habe gesagt, dass wir Bin Laden verfolgen. Er ist ausgeschaltet."

Auf zum letzten Gefecht - Vor dem 3. TV-Duell Obama vs Romney
M. Ganslmeier, NDR Washington
22.10.2012 13:47 Uhr

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Doch dann wurde ausgerechnet am Jahrestag des 11. September zum ersten Mal seit über 30 Jahren ein amerikanischer Botschafter getötet. Seit dem Anschlag von Bengasi und der Tötung von vier Amerikanern macht Mitt Romney diese außenpolitische Schwäche des Präsidenten zum Wahlkampf-Thema. Obwohl der getötete Botschafter Stevens in den Wochen vor dem Anschlag mehr Sicherheitspersonal angefordert hatte, so Romneys Kritik, nehme die US-Regierung die Bedrohung durch Terroristen nicht ernst. Diese Pannen versuche die Regierung nun zu vertuschen: "Die US-Bürger haben ein Recht zu erfahren, was passiert ist", sagt Romney, "und wir werden das herausfinden."

Obama verliert Wählervertrauen bei Außenpolitk

Auch wenn der Präsident den Vorwurf einer bewussten Vertuschung von sich weist - in den Umfragen hat seither seine außenpolitische Kompetenz gelitten. Der haushohe Vorsprung gegenüber dem als Fettnäpfchen-Treter wahrgenommenen Republikaner ist kleiner geworden. Hielten Anfang September noch 53 Prozent der US-Bürger den Präsidenten für den besseren Außenpolitiker, sagen dies jetzt nur noch 47 Prozent.

Mitt Romney ist es gelungen, den Anschlag als Beweis einer zerbröckelnden Außenpolitik der US-Regierung darzustellen. Egal ob Libyen, Syrien oder Iran - Obamas Politik der "Führung aus dem Hintergrund" sei gescheitert, sagt Romney: "Unsere Freunde und Verbündete überall auf der Welt wollen nicht weniger amerikanische Führung, sondern mehr."

Romney auf Konfrontationskurs

Als Präsident würde er wieder stärker führen, verspricht Romney und orientiert sich an der Leitlinie des früheren Präsidenten Teddy Roosevelt: "Sprich höflich, aber trage immer einen dicken Knüppel!" Welche Politik daraus konkret folgt, lässt Romney allerdings offen: auf jeden Fall einen härteren Kurs gegenüber der Atompolitik Irans und der Handelspolitik Chinas. Und eine klare Abgrenzung gegenüber Putins Russland.

Das erinnert an den Kalten Krieg - und stößt auch bei Republikanern wie dem früheren Außenminister Colin Powell auf Kritik: "Als Gouverneur Romney kürzlich sagte, Russland sei unsere größte geostrategische Bedrohung, dachte ich: Komm Mitt, das stimmt einfach nicht!"

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Kein harter Schlagabtausch erwartet

Präsident Obama wird im Fernsehduell daran erinnern, dass es die vermeintliche Politik der Stärke von George W. Bush war, die das Ansehen Amerikas in aller Welt beschädigt hat. Dagegen habe seine Außenpolitik nicht nur Al Kaida geschwächt, sondern auch den Respekt für Amerika wieder hergestellt.

Heftige Wortwechsel wie im zweiten Fernsehduell wird es in der außenpolitischen Debatte in Boca Raton vermutlich nicht geben. Obama und Romney werden versuchen, staatsmännisch zu wirken und grobe Patzer zu vermeiden. Die meisten Experten erwarten deshalb ein Unentschieden.

Dieser Beitrag lief am 22.Oktober 2012 um 05:24 Uhr im Deutschlandfunk.

Stand: 22.10.2012 05:28 Uhr

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