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Zweites TV-Duell gegen Romney
Obama schaltet auf Angriff um
Deutlich aggressiver, sehr viel angriffslustiger: US-Präsident Obama präsentierte sich beim zweiten TV-Duell mit seinem republikanischen Herausforderer Romney ganz anders als in der ersten Debatte. Vor allem bei den Themen Wirtschafts- und Energiepolitik kam es an vielen Stellen zum offenen Streit.
Von Anna Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington
US-Präsident Barack Obama hat offensichtlich auf seine Berater gehört. Und auch auf all diejenigen, die von seinem lahmen Auftritt bei der ersten TV-Debatte enttäuscht waren. Vergangene Nacht war er wesentlich aggressiver. Immer wieder gerieten der Präsident und sein Herausforderer Mitt Romney in Streit. Auch bei nicht so wahlentscheidenden Themen wie der Ölförderung in den USA.
Obama deutlich aggressiver als im ersten TV-Duell
A. Engelke, NDR Washington
17.10.2012 06:18 Uhr
Bei dieser Auseinandersetzung über die Vergabe von Ölförderlizenzen kamen sich die Kontrahenten gefährlich nahe. Gerade mal einen Meter waren sie noch voneinander entfernt. Es war zu spüren: Sie können sich nicht sonderlich gut leiden. Immer wieder wiesen sich die beiden gegenseitig in die Schranken: "Sie bekommen gleich ihre Chance. Ich spreche noch", so Romney zu Obama.
Streitthema Steuern
Der Präsident versuchte seinen republikanischen Herausforderer die gesamte Debatte über als jemand darzustellen, der nicht die ganze Wahrheit sagt. Anders als noch bei dem ersten Fernsehduell setzte Obama nach, wies auf Fehler und Ungereimtheiten hin. Zum Beispiel bei der Frage, wie Romney die von ihm angekündigten Steuersenkungen bezahlen will: "Wenn er gefragt wird, welche Steuerschlupflöcher er schließen will, kann er es nicht sagen. Er muss nur 14 Prozent Steuern zahlen, während viele von ihnen viel mehr zahlen müssen." Die Rechnung gehe nicht auf, warf Obama Romney vor. "Stimmt nicht", konterte der republikanische Präsidentschaftskandidat.
"Was ist mit dem Haushaltsloch von vier Billionen Dollar?"
Immer wieder verwies Romney auf seine Erfahrungen, die ihn seiner Ansicht nach für das Präsidentenamt besser qualifizieren als Obama: "Ich habe über 25 Jahre lang Unternehmen geführt, die Olympischen Spiele gerettet, ich war in Massachussets Gouverneur - immer mit ausgeglichenen Budgets. Wenn wir über Rechnungen reden, die nicht aufgehen: Was ist mit dem Haushaltsloch in Höhe von vier Billionen Dollar?" Damit meinte Romney die Schulden, die Obama während seiner Amtszeit gemacht hat. Der Präsident wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Er präsentierte sich als Fürsprecher des kleinen Mannes: "Zusätzlich zu Einsparungen müssen wir sicherstellen, dass die Reichen etwas mehr tun."
Hanni Hüsch (NDR) mit Einschätzungen zum zweiten TV-Duell
tagesschau 12:00 Uhr, 17.10.2012
Richtig in die Haare gerieten sich die beiden beim Thema Libyen und dem Anschlag auf die US-Vertretung in Bengasi mit vier toten Amerikanern. Präsident Obama verwahrte sich gegen Romneys Äußerungen, wonach er den Angriff herunterspiele. Er sei der Präsident und deswegen immer zuständig.
Blitzumfrage: Leichter Vorteil für Obama
Wer hat nun diese zweite Debatte gewonnen? Sowohl Obama als auch Romney hatten starke Momente. Laut einer nicht repräsentativen Blitzumfrage des Fernsehsenders CNN sahen die darin Befragten einen leichten Vorteil für den Präsidenten. 46 Prozent gaben an, Obama habe gewonnen. 39 Prozent sahen Romney als Sieger. So viel ist klar: mit seinem Auftritt in der vergangenen Nacht hat Obama Boden wieder gut gemacht.
Obama gewinnt nach zweitem TV-Duell Wählergunst zurück
tagesschau 16:00 Uhr, 17.10.2012, Tina Hassel, ARD Washington
Stand: 17.10.2012 07:13 Uhr
