Obama winkt nach seiner Abschiedsrede in Chicago | Bildquelle: REUTERS

Obama vor Ruhestand "Ein hartes Alter für einen Neuanfang"

Stand: 13.01.2017 14:06 Uhr

Der Mann ist 55 und wird in einer Woche in den Ruhestand gehen. Wahrscheinlich keine einfache Umstellung für einen der mächtigsten Politiker der Welt. Doch Barack Obama hat schon Pläne, und die haben viel mit seiner Heimatstadt Chicago zu tun.

Von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Noch sieht man nicht viel an dem Ort, wo später mal die "Obama Bibliothek" stehen soll. Im Süden Chicagos wird sie gebaut werden, dort wo er gelebt und Recht gelehrt hat.

Aber was heißt schon Bibliothek. "Das Wort passt gar nicht mehr, es wird wie ein großes Museum, das mit Filmen und Glamour viele Menschen anzieht. Wir sehen jetzt schon Busladungen von Menschen, es ist eine Gelddruckmaschine wie bei der 'George Bush Bibliothek'", sagt Professor Guy Rolnik von der Uni in Chicago.

Barack und Michelle Obama besteigen beim Weißen Haus einen Hubschrauber. | Bildquelle: REUTERS
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In einer Woche wird die Familie Obama endgültig das Weiße Haus verlassen und ein letztes Mal in den Diensthubschrauber steigen.

Die Umgebung wird profitieren

Für das Viertel in Chicago wäre eine weitere Attraktion ein Segen, denn in der Southside herrschen viel Gewalt und Armut. Mike, der ein Burger-Restaurant in der Gegend aufgemacht hat, glaubt, dass Chicago durch die Bibliothek eine noch internationalere Stadt wird. Er hofft, dass Besucher aus der ganzen Welt kommen "und das Beste von Chicago sehen" werden; für Mike eine "aufregende" Perspektive.

Chicago hat  jüngst vor allem mit seinem Rekord an Mord und Totschlag Schlagzeilen gemacht. Es sind vor allem junge Schwarze, die sich gegenseitig umbringen, und die Polizei scheint machtlos. Für Obama ist diese Entwicklung doppelt bitter. Zum einen kommt er aus Chicago, zum anderen ist sein ehemaliger Bürochef hier Bürgermeister.

Es gibt also noch genug für ihn zu tun, meint Obama. Er sei interessiert, "eine ganz neue Generation von Talenten zu entwickeln. Es gibt so viele unglaubliche junge Menschen, denen ich und Michelle helfen können - als Coach und Freund."

Ganz ohne Arbeit geht es nicht

Doch erstmal wird er sich hinsetzen und ein Buch über seine  acht Jahre im Weißen Haus schreiben. Denn die Rente reicht wohl nicht zum Leben. Rund 200.000 Dollar gibt es pro Jahr, das langt gerade für die Miete des neuen Hauses in Washington. Dazu werden noch ein Büro und Reisekosten erstattet.

Obama wird also den Bau der Bibliothek überwachen, sich für benachteilige, schwarze Jugendliche einsetzen, ab und zu Golf spielen. Und es gibt schon erste Jobangebote. Der Musikstreamingdienst Spotify hat ihm angeboten, Playlists zu erstellen, weil seine so erfolgreich ist.

Und der Latenight-Talker Stephen Colbert bietet ein Bewerbungstraining an, denn: "55 ist eine hartes Alter, um als Mann noch mal neu anzufangen. Haben Sie irgendwelche Auszeichnungen?" Obamas Antwort: "Ich habe den Friedensnobelpreis bekommen. Ehrlich gesagt: Wofür, das weiß ich immer noch nicht so genau."

Für die Rente zu jung - was Obama jetzt vor hat
S. Fritz, ARD Washington
13.01.2017 13:59 Uhr

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