US-Präsident Obama | Bildquelle: AP

Historischer Besuch Obama reist nach Kuba

Stand: 18.02.2016 15:38 Uhr

Jetzt ist es offiziell: Als erster US-Präsident seit 1928 will Barack Obama nach Kuba reisen. Bei dem Besuch steht auch ein Treffen mit dem kubanischen Präsidenten Raúl Castro auf dem Programm.

US-Präsident Barack Obama wird im März zu einem historischen Besuch in das kommunistische Kuba reisen. Das hat der Präsident in einem Tweet bekannt gegeben. Zuvor hatten bereist US-Medien darüber berichtet.

Auf dem Programm steht unter anderem ein Treffen mit Präsident Raúl Castro. Der Besuch soll helfen, die Situation der kubanischen Bevölkerung zu verbessern, so Obama. Zwischen beiden Ländern bestünden immer noch viele Differenzen, die er gegenüber Castro offen ansprechen wolle.

President Obama @POTUS
Next month, I'll travel to Cuba to advance our progress and efforts that can improve the lives of the Cuban people.

An einem solchen Besuch hatte Obama schon länger Interesse bekundet. "Wenn ich einen Besuch abstatte, dann ist ein Teil des Deals, dass ich mit jedem sprechen kann", hatte er im Dezember 2015 gesagt. Obama meinte damit, dass er auch die Möglichkeit haben wolle, politische Dissidenten treffen zu können.

Obama und sein kubanischer Kollege Raúl Castro hatten vor gut einem Jahr eine historische Annäherung der Erzfeinde aus Zeiten des Kalten Krieges eingeleitet. Seitdem traten Reise- und Handelserleichterungen für Kuba in Kraft, zudem strichen die USA den Karibikstaat von ihrer Liste der Terrorstaaten. Im Juli nahmen beide Länder ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf.

Zuletzt im Jahr 1928

Es wäre der erste Besuch eines amtierenden US-Präsidenten in dem Land seit mehr als 80 Jahren. Nach Angaben des historischen Büros des US-Außenministeriums hatte als letzter amerikanischer Präsident im Amt Calvin Coolidge im Januar 1928 einen Fuß auf die Karibikinsel gesetzt. Präsident Harry Truman besuchte 1948 die von den USA kontrollierte Bucht von Guantánamo im tiefen Südosten der Insel. Der frühere US-Staatschef Jimmy Carter war bereits mehrmals auf Kuba - allerdings erst nach dem Ende seiner Präsidentschaft.

Von ersten republikanischen Präsidentschaftsbewerbern kam prompt Kritik an den Plänen: So sagte der texanische Senator Ted Cruz, Obama sollte die Reise nicht antreten, "solange die Castros an der Macht sind". Cruz' Vater wurde auf Kuba geboren und floh in den 1950er-Jahren in die USA.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Februar 2016 um 17:00 Uhr.

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