US-Präsident Obama in Kenia mit seiner Halbschwester Auma. | Bildquelle: AP

US-Präsident Obama in Kenia Eine Wiederannäherung an Afrika

Stand: 25.07.2015 17:02 Uhr

Nur kurz währte US-Präsident Obamas Familientreffen in Kenia. Danach begannen politische und wirtschaftliche Gespräche. In dem Bereich haben die USA einiges aufzuholen - insbesondere gegenüber Europa und China.

Von Linda Staude, ARD-Hörfunkstudio Nairobi

Obama ist gekommen. Begeisterte Kenianer drängen sich hinter den Absperrungen an Nairobis größter Hauptstraße. Sie schwenken kenianische und amerikanische Fähnchen und hoffen auf einen Blick auf die Eskorte, als der amerikanische Präsident am Abend vom Flughafen in sein Hotel gefahren wird.

Eine Frau mit der kenianischen und US-amerikanischen Flagge | Bildquelle: dpa
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Obama wurde von den Kenianern stürmisch begrüßt.

"Es ist ein tolles Erlebnis, darauf zu warten, dass Obama nach Kenia kommt und hier an diesem Kreisel vorbeifährt", sagt ein Kenianer. "Wir stehen hier schon eine lange Zeit. Und die meisten Leute wollen das Auto sehen, das Biest genannt wird."

Es ist ein kurzer Blick auf Obamas gepanzerten Cadillac. Der Präsident braust vorbei - auf dem Weg zu dem lange erwarteten Dinner im Kreis seiner Familie, die eigens aus dem kleinen Dorf Kogelo in Westkenia eingeflogen wurde - ein paar private Momente vor der offiziellen Tagesordnung am Morgen.

Hoffen auf junge Unternehmer

Die beiden Präsidenten eröffnen gemeinsam den sechsten globalen Unternehmensgründer-Gipfel GES, den Obama vor sechs Jahren selbst aus der Taufe gehoben hat. "Hallo", sagt er auf Kisuaheli, "es ist wundervoll, zurück in Kenia zu sein."

Der amerikanische Präsident betont, wie wichtig die Rolle der Unternehmensgründer für das Wachstum Afrikas und das der ganzen Welt ist: "Das Unternehmertum schafft neue Arbeitsplätze und neue Geschäfte. Neue Wege, Dienstleistungen zu erbringen und die Welt zu sehen. Es ist der Zündfunke für Wohlstand. Es hilft Menschen, für ihre Rechte einzustehen und Korruption zu bekämpfen."

Kenianischer Präsident betont Gleichberechtigung Afrikas

Obama auf Wirtschaftsgipfel | Bildquelle: REUTERS
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Obama und Kenias Präsident Kenyatta trafen sich mit jungen Unternehmern.

Zuvor hatte bereits der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta Gleichberechtigung für die afrikanischen Länder angemahnt: "Die Beziehung Afrikas zum Rest der Welt muss auf gegenseitigem Nutzen basieren. Darauf, dass unsere Bevölkerung und unsere Rohstoffe unserer Wirtschaft zugutekommen und dem Wohlstand für alle."

Beide Präsidenten wiesen darauf hin, dass die am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften mit der jüngsten Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent zu finden sind."Dies ist unser erster Gründergipfel im Afrika südlich der Sahara", sagt Obama. "Wir wollten herkommen. Ich wollte hier sein, weil Afrika in Bewegung ist."

Die USA haben - genau wie Europa - die Wirtschaftsbeziehungen mit Afrika lange vernachlässigt und müssen einen großen Vorsprung Chinas aufholen. Kapital für Investitionen kommt den Kenianern da sehr gelegen.

"Auf dem Gründergipfel im vergangenen Jahr haben wir uns das Ziel gesetzt, eine Milliarde Dollar Kapital zur Investition in Jungunternehmen zu sammeln", sagt der US-Präsident. "Die Hälfte davon für Frauen und junge Leute. Heute kann ich stolz sagen, dass wir dieses Ziel übererfüllt haben."

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Kenia und den Vereinigten Staaten sowie eine bessere Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen werden ebenfalls die Top-Themen sein, wenn die beiden Präsidenten sich zu bilateralen Gesprächen treffen.

Gudrun Engel, ARD Nairobi, zum Besuch von Obama
tagesschau24 18:00 Uhr, 25.07.2015

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