Krise im Irak Obama schickt keine Truppen
Stand: 13.06.2014 18:25 Uhr
US-Präsident Barack Obama will keine Truppen in den Irak schicken. Das sagte er während einer Rede in Washington. Zwar sei der Vormarsch der ISIS-Kämpfer eine Gefahr für den Irak und auch für amerikanische Interessen. Dennoch wolle sich Obama nicht mit Bodentruppen in den Konflikt einmischen.
"Eine Reihe anderer Optionen"
Zusammen mit seinen Sicherheitsberatern erarbeite er derzeit eine "Reihe anderer Optionen". In den kommenden Tagen wolle er über das konkrete Vorgehen entscheiden, sagte Obama vor Journalisten.
Die aktuellen Ereignisse nannte er einen Weckruf für die irakische Regierung. Diese müsse nun ihre Anstrengungen erweitern und sich für Kompromisse öffnen. Die USA würden diese Bemühungen unterstützen. "Wir werden unseren Teil dazu beitragen, aber es bleibt in der Verantwortung der Regierung", sagte Obama. Er rechne jedoch nicht mit einer schnellen Lösung des Konflikts.
US-Waffen und Training für irakisches Militär
Bisher unterstützen die USA den Irak mit Waffenlieferungen und Geheimdienstinformationen. Nach Angaben des Pentagon verkaufte Washington dem irakischen Militär unter anderem Apache-Kampfhubschrauber, F-16-Kampfflugzeuge sowie Hellfire-Raketen. Der US-Kongress berät über weitere Hilfen im Umfang von einer Milliarde Dollar, darunter Geländewagen und Flugzeuge. Die US-Armee bildet außerdem Einheiten des irakischen Militärs aus.
Unter der Führung von Präsident George W. Bush waren die USA 2003 in den Irak einmarschiert und hatten den Diktator Saddam Hussein gestürzt. Ende 2011 zogen sie ab. Derzeit befinden sich dort nach Angaben des Pentagons noch zwischen 200 und 300 US-Soldaten. Sie dienen dem Schutz diplomatischer Einrichtungen und unterstützen irakische Sicherheitskräfte.
Obama will keine Truppen in den Irak schicken
tagesschau 20:00 Uhr, 13.06.2014, Thomas Aders, ARD Kairo
