US-Präsident Barack Obama | Bildquelle: REUTERS

Russland beschuldigt Obama will Vergeltung für Hackerangriffe

Stand: 16.12.2016 04:59 Uhr

US-Präsident Obama hat eine klare Reaktion auf die mutmaßliche Verantwortung Russlands für Hackerangriffe auf führende Politiker der Demokraten angekündigt. Zudem habe er dem russischen Präsidenten Putin klargemacht, was er von den Cyberattacken halte.

Nach den auf russische Hacker zurückgeführten Cyberattacken während des Wahlkampfs in den USA hat Präsident Barack Obama deutlich wie nie Vergeltung angekündigt. Wenn eine ausländische Regierung versuche, den Wahlkampf zu manipulieren, müssten die USA handeln, sagte Obama dem Sender National Public Radio. "Und das werden wir - zu einer Zeit und an einem Ort unserer Wahl. Manches davon könnte offen geschehen und publik gemacht werden, manches nicht."

Zwar machte sich Obama nicht die kolportierte Einschätzung des Auslandsgeheimdienstes CIA zu eigen, wonach Russland durch die Cyberattacken gezielt in die Wahl eingegriffen habe, um Donald Trump zum Sieg zu verhelfen. Auch achtete er darauf, Trumps Lager keine direkte Beteiligung an den Angriffen oder deren Unterstützung zu unterstellen. Allerdings beklagte Obama mit Blick auf die unterlegene Demokratin Hillary Clinton, dass "die russischen Hackerangriffe mehr Probleme für die Clinton-Kampagne erzeugt haben als für die Trump-Kampagne". Über Monate hinweg hätten vor allem Clintons E-Mails und Vorwürfe gegen ihre Stiftung sowie "politische Gerüchte um die Demokratische Partei" im Fokus der Öffentlichkeit gestanden - und Trump habe davon profitiert, sich das Ergebnis politisch zunutze gemacht.

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Trump profitierte massiv von den mutmaßlich russischen Hackerangriffen, meinen viele Beobachter.

Der scheidende US-Präsident sagte in dem Interview, das heute ausgestrahlt werden soll, er habe sich zum Ziel gesetzt, einen endgültigen Bericht des Weißen Hauses zu den Hackerangriffen noch vor Trumps Amtseinführung am 20. Januar vorzulegen. Zudem habe er im Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin klargemacht, was er von den Cyberattacken halte, ergänzte Obama.

Putin angeblich direkt beteiligt

Der US-Sender NBC News hatte am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtet, dass Putin persönlich darüber entschieden habe, was mit den gestohlenen Daten der Demokraten geschehen solle. Nach Einschätzung des US-Auslandsgeheimdienst CIA sollen die Hacker im Auftrag der russischen Regierung versucht haben, die Wahl in den USA zugunsten des späteren Siegers Trump zu manipulieren. Der Kreml stritt dies indes als "lächerlichen Unsinn" ab.

Allerdings geht auch das Weiße Haus von einer direkten Verwicklung Putins aus. "Nur ranghöchste Regierungsvertreter Russlands könnten diese Aktivitäten autorisiert haben", sagte Regierungssprecher Josh Earnest. Obamas scheidende Regierung griff auch Trump an, der den CIA-Bericht über eine mutmaßliche russische Einmischung zurückgewiesen hatte. Der designierte Präsident sollte weniger Zeit darauf verwenden, die Geheimdienste zu attackieren und lieber die von Obama angeordnete Untersuchung unterstützen, sagte Earnest. Es sei "offensichtlich", dass Trump von den Aktivitäten Russlands im Wahlkampf gewusst habe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Dezember 2016 um 05:30 Uhr.

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