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Barack Obama und Aung San Suu Kyi

Obama besucht Myanmar

Lob und Ansporn für die ehemalige Militärdiktatur

Es ist ein kurzer, aber historischer Aufenthalt. Als erster US-Präsident besucht Barack Obama Myanmar. Nur sechs Stunden dauert die Stippvisite, bei der Obama die ersten Reformschritte in der ehemaligen Militärdiktatur lobte und die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi traf.

"Unser Ziel ist es, der Demokratisierung weitere Schwungkraft zu geben", sagte Obama nach einem Treffen mit Oppositionsführerin Suu Kyi. Er versprach weitere Unterstützung der USA, sollte Myanmar den Reformprozess fortsetzen. Seit 1962 wurde das Land von einer Militärdiktatur beherrscht. Thein Sein, der ehemalige Regierungschef der Junta und heutige Präsident des Landes, leitete 2011 Reformen ein.

Obama besucht als erster US-Präsident Myanmar
tagesschau 20:00 Uhr, 19.11.2012, Norbert Lübbers, ARD Bangkok

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Treffen mit Thein Sein

Bei einem Treffen Obamas mit Sein lobte der US-Präsident den Reformeifer. Er sehe Myanmar zwar erst am Beginn eines langen Weges, glaube aber, dass das Land "unglaubliche Entwicklungschancen" habe. Obama drängte die Regierung, die Versammlungs- und Medienfreiheit voll umzusetzen. Die ethnische Vielfalt des Landes, die das Militär jahrzehntelang als Vorwand für seine Diktatur nutzte, sei keine Schwäche, sondern eine Stärke.

In seiner Rede vor Studenten in der alten Universität von Rangun wiederholte er seine Auffassung und sagte: "Ich strecke eine Hand der Freundschaft aus." Gebannt hörten die Studenten zu. Es gab jedoch keinerlei Unterbrechungen durch Klatschen, wie Obama es sonst bei seinen Reden gewohnt ist.

Uni als Geburtsstätten der Unabhängigkeitsbewegung

Die alte Universität gilt als Geburtsstätte der Unabhängigkeitsbewegung in den 30er- und 40er-Jahren. Später begannen hier Studentenbewegungen gegen die Militärherrschaft. 1962 schossen hier Polizisten auf Studenten. Die Universität war Jahrzehnte lang praktisch geschlossen. Studenten wurden in Provinzstädte oder zum Fernstudium gezwungen, um neue Aufstände zu verhindern.

Kritik und Begeisterung

US-Präsident Barack Obama bei seinem Besuch in Myanmar.
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Begrüßung mit Blumen: Obama kurz nach der Landung in Rangun.

Kritik am Besuch Obamas gab es von Menschenrechtlern. Die Regierung in Myanmar habe noch nicht genügend Reformen eingeleitet, um sich einen persönlichen Besuch Obamas zu verdienen. Es seien immer noch Hunderte politische Gefangene inhaftiert. Obama hatte allerdings am Sonntag noch gesagt, sein Besuch sei keine Anerkennung der Regierung.

In Myanmar selbst war die Begeisterung über Obamas Besuch in der Bevölkerung groß. Bei seiner Ankunft säumten mehrere Hundert Schulkinder mit myanmarischen und amerikanischen Fähnchen die Straße. Studenten und Mönche hielten Obama-Porträts hoch und Banner mit der Aufschrift: "Bitte helfen Sie unserer Wirtschaft". Tausende Sicherheitskräfte waren entlang der Hauptstraße in die Stadt positioniert.

Stichwort

ASEAN ist ein Verband südostasiatischer Staaten mit Sitz in Jakarta. Er wurde 1967 gegründet. Heute gehören ihm zehn Länder an: Myanmar (das frühere Birma), Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. In dem gesamten Gebiet leben fast 600 Millionen Menschen.

Ziel des Verbands ist die Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs, des sozialen Fortschritts und der kulturellen Entwicklung. Ähnlich wie die EU wollen die ASEAN-Mitgliedsstaaten einen Binnenmarkt mit integriertem Markt und Produktionsstandort für Güter, Dienstleistungen, Kapital und Arbeit schaffen. Das Gebiet gilt mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von rund fünf Prozent als einer der Wachstumsmotoren Asiens. ASEAN hat einen Anteil von knapp sechs Prozent am Welthandel.

Aber auch der politische Einfluss von ASEAN wächst. Im vergangenen Jahr spielte der Verband eine tragende Rolle bei der Vermittlung im Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha. Seine höchste Instanz sind die jährlichen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten.

Stand: 19.11.2012 12:26 Uhr

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