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Barack Obama

Obama reist in asiatisch-pazifische Region

Im Zeichen der neuen US-Strategie

Kurz nach seiner Wiederwahl reist US-Präsident Obama nach Südostasien - auch nach Myanmar, das die USA bis vor Kurzem mit Nichtachtung gestraft hatten. Anschließend nimmt er am ASEAN-Gipfel teil. Laut Obamas Chefberater für Nationale Sicherheit, Thomas Donilon, ist dieser Reiseplan Ausdruck der neuen strategischen Konzentration Amerikas auf die westpazifische Region.

Von Silke Hasselmann, MDR-Hörfunkstudio Washington

Thomas Donilon ging den Reiseplan von US-Präsident Barack Obama chronologisch durch: "Zunächst Thailand, dann der historische Besuch in Burma und schließlich Kambodscha. Dass der Präsident so kurz nach der Wiederwahl in diese Region reist, zeigt die Bedeutung, die er ihr beimisst." Der Chef des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus muss es wissen, denn vor vier Jahren hatte er den Auftrag von Obama erhalten, das Gesicht, die Präsenz und die strategischen Interessen der USA in der Welt kritisch zu begutachten.  

"Der Präsident kam zu dem Urteil, dass wir vor allem militärisch ein Übergewicht im Mittleren Osten haben und in anderen Regionen deutlich unterrepräsentiert sind, besonders im asiatisch-pazifischen Raum."  Der steht seit vorigem Jahr offiziell im Mittelpunkt einer angepassten geo-politischen Strategie - allen voran China, dessen Staatschef Obama auf dem ASEAN-Gipfel in Kambodscha treffen wird. Doch auch die anderen Anrainer des Südchinesischen Meeres sind von größtem Interesse.

Zeichen der neuen US-Strategie: Obamas Reise in die asiatisch-pazifische Region
S. Hasselmann, MDR Washington
18.11.2012 00:29 Uhr

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USA wollen "Sicherheitsplattform" liefern

Wie Donilon kurz vor Reisebeginn in Washington erläuterte, erwarten diese Länder von Amerika Hilfe und Schutz vor ihrem riesigen Nachbarn China, und Amerika werde diese "Sicherheitsplattform" liefern. Andererseits werde man auch mit der neuen chinesischen Führung weiter an einer stabilen Beziehung arbeiten - immer gewahr, die Stärke der aufstrebenden Supermacht anzuerkennen, ohne schwach zu wirken. Ein Beispiel: "Bis 2020 werden wir 60 Prozent unserer weltweiten Flottenkapazitäten in dieser Region konzentrieren." Sparen hin, Haushaltsloch schließen her – "nicht auf Kosten unserer asiatisch-pazifischen Strategie!"

Richtig so, meint John Hamre, Präsident der einflussreichen sicherheitspolitischen Denkfabrik CSIS: "Wenn dereinst die Geschichte über Obamas erste und nun auch zweite Amtszeit geschrieben wird, dann wird sie sehr davon geprägt sein, wie er die Lebenswelt in Asien geformt hat. Es brennt nicht, aber es ist wirklich von sehr großer strategischer Bedeutung. Jetzt ist die Gelegenheit da, und das steckt hinter den Begriffen 'Anpassen' und 'Verlagern', die man jetzt so oft hört. Es gibt da diese neue, aufstrebende Welt und wir haben die Chance, jetzt die richtigen Weichen zu stellen."

Studiengänge für Präsidentensöhne

US-Präsident Barack Obama besteigt die Air Force One
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US-Präsident reist nach Thailand, Myanmar und Kambodscha.

Das tut man mit viel Geld, Wirtschaftskontakten, Waffen und engen Beziehungen zu wichtigen Entscheidern wie dem kambodschanischen Ministerpräsidenten Hun Sen. Zweien seiner Söhne hat die US-Regierung kostspielige Studiengänge an erstklassigen amerikanischen Militärakademien bezahlt. Der mittlere Sohn wiederum leitet die kambodschanische Antiterror-Spezialeinheit, die das Pentagon seit 2008 ausrüstet und ausbildet, wie die "Washington Post" berichtet. Dass Hun Sen einst Kommandeur der mordenden Roten Khmer gewesen war und nun das Land autoritär führt, findet die Obama-Administration unangenehm, aber nicht hinderlich.

Dabei werfen Organisationen wie Human Rights Watch Kambodschas Regierung und Armee Menschenrechtsverletzungen und eine lange Liste politisch motivierter Morde vor. Folglich kritisieren sie die politische Aufwertung von Hun Sen durch Obamas Besuch und ebenso den "zu frühen und zu euphorischen" Staatsbesuch beim Ex-Junta-Chef und heutigen Staatspräsidenten von  Myanmar, dem früheren Burma.  

"Wir wollen diesen Moment nicht verstreichen lassen"

Doch Obamas Chef-Sicherheitsberater Thomas Donilon verteidigt die Reise: "Wir sind uns im Klaren über die Gefahren eines Rückfalls und würden entsprechend reagieren. Doch wir wollen diesen Moment nicht verstreichen lassen. Es gab erhebliche Fortschritte bei der Freilassung politischer Gefangener und mit Wahlen. Einige Wirtschaftssanktionen sind noch in Kraft gegen jene, die sich dem Demokratisierungsprozess widersetzen. Und es ist noch viel zu tun."  Dass der Präsident in Myanmar eine Rede halten werde, sei eine "echte Möglichkeit, der Demokratisierungsbewegung in Burma einen enormen Schub zu geben."

Zumal sich Barack Obama am Dienstag auch mit der langjährigen Gefangenen und heute freien Oppositionspolitikerin Suu Kyi treffen wird.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Oktober 2012 um 16:15 Uhr.

Stand: 18.11.2012 02:09 Uhr

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