Obama tanzt Tango in Argentinien. | Bildquelle: REUTERS

Zu Besuch in Argentinien Auf einen Tango mit Obama

Stand: 24.03.2016 04:02 Uhr

Einmal nach Argentinien reisen, das war schon lange der Wunsch von US-Präsident Obama. Und er zeigt sich begeistert: Zum ersten Mal probierte er Mate-Tee, und beim Staatsdinner legte er sich auch körperlich ins Zeug: Eine Dame in Gold forderte ihn zum Tango auf.

Der Tango ist Argentiniens berühmtester Tanz. Beim Staatsdinner zu Ehren von US-Präsident Barack Obama war es daher kein Wunder, dass er erklang und Tänzer ihr Können darboten. Doch nicht nur sie - auch Obama. Eine Tänzerin im goldenen Kleid bat den Ehrengast auf die Tanzfläche, der nach einigem Zögern dann doch einige Schritte wagte. Auch die First Lady probierte sich an dem Tanz - und hatte deutlich mehr Spaß als ihr Gatte.

Obama tanzt Tango in Argentinien (unkommentiertes Video)
24.03.2016

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Obamas erster Mate-Tee

Der Regierungswechsel am Rio de la Plata machte es US-Präsident Obama möglich, sich den Wunsch nach einer Argentinien-Reise zu erfüllen.

"Ich bin ein großer Anhänger der argentinischen Kultur. Und ich kann stolz verkünden, dass ich zum ersten Mal Mate-Tee probiert habe. Er hat mir gut geschmeckt. Ich werde einige Päckchen Mate-Tee nach Hause mitnehmen. Obwohl ich keine Ahnung habe, ob ich irgendwelche Import- oder Exportbestimmungen verletze."

Ein Seitenhieb auf die frühere Präsidentin Cristina Kirchner, deren Wirtschaftspolitik gespickt war mit Handelsbeschränkungen.

Doch Kirchner gehört der Vergangenheit an, der neue Präsident heißt Mauricio Macri. Und der ist fest gewillt, mit den USA eng zusammenzuarbeiten: "Das ist der Beginn einer Etappe mit reifen, intelligenten und konstruktiven Beziehungen zwischen beiden Staaten. Wir sollten als einzige Sorge haben: Wie können die Lebensbedingungen der Bürger verbessert werden? Gemeinsam werden wir das erreichen."

Barack Obama und Mauricio Macri | Bildquelle: REUTERS
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Obama und sein Gastgeber, der argentinische Präsident Mauricio Macri

"Analysieren, was funktioniert hat, und was nicht."

Dass es doch einige Sorgen mehr gibt, zeigte sich dann schnell bei der Pressekonferenz, die Obama und Macri gemeinsam gaben. Nach den Anschlägen von Brüssel ist der Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" wieder in den Mittelpunkt gerückt. Für Obama ist dieser Kampf ein zentrales Thema: "Das hat für mich höchste Priorität. Für mich ist nichts wichtiger, als diesen 'Islamischen Staat' zu besiegen. Die Frage ist, wie uns das in einer intelligenten Art und Weise gelingen kann. Unser Ansatz ist, die erfolgreichen Dinge fortzusetzen. Wir müssen analysieren, was funktioniert hat, und was nicht."

Funktioniert hat nach Obamas Worten die Taktik der punktuellen Luftschläge gegen die IS-Infrastruktur, der Kampf gegen die Finanzströme der Terroristen und die geheimdienstliche Arbeit gegen deren Netzwerk.

Argentinien - Staatsbesuch von Barack Obama
J. Segador, ARD Buenos Aires
24.03.2016 13:24 Uhr

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Besuch zu einem heiklen Zeitpunkt

Der Staatsbesuch Obamas fällt zusammen mit dem 40. Jahrestag des Putsches in Argentinien. Ein heikles Zusammentreffen für den US-Präsidenten, waren es doch damals die USA, die während des Kalten Krieges die Militärregimes in Argentinien und weiteren südamerikanischen Ländern unterstützten.

Darauf angesprochen gab sich der US-Präsident selbstkritisch: "Es gibt viele Staaten, deren Außenpolitik glorreiche Momente hatte, und weniger produktive. Klar ist, dass es in den USA eine Menge Selbstkritik gibt. Wir haben unsere Lektion gelernt und die Erfahrung aus Argentinien hat uns geholfen, eine bessere und erfolgreichere Außenpolitik zu gestalten."

Obama kündigte an, US-Geheimdokumente aus der Zeit der Diktatur freizugeben. Er hoffe, dadurch wieder Vertrauen aufbauen zu können.

Mit Informationen von Julio Segador, ARD-Studio Südamerika.

Über dieses Thema berichtete der Deutschlandfunk am 24. März 2016 um 07:38 Uhr.

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