Barack Obama wischt sich eine Träne aus dem Gesicht | Bildquelle: dpa

Obamas Abschiedsrede Jubel, Tränen und Sorgen

Stand: 11.01.2017 07:33 Uhr

Gefeiert von Tausenden Menschen hat sich Barack Obama als US-Präsident verabschiedet. Auch wenn er die Erfolge seiner beiden Amtszeiten hervorhob: Seine Rede in Chicago ließ erkennen, dass er sich große Sorgen um sein Land macht.

Von Ina Ruck, ARD-Studio Washington

Es war, als wollten sie den Anfang vom Ende so lange wie möglich hinauszögern. Minutenlang ließen sie den Präsidenten nicht zu Wort kommen. Jubel, Klatschen, Rufe nach einer dritten Amtszeit. So oft er auch ansetzte zu seiner Rede - der Applaus übertönte ihn. So lange, bis Barack Obama einen seiner typischen spontanen Obama-Witze machte: "Seht ihr, was für eine 'lame duck' ich längst bin? Niemand will mehr auf mich hören".

Zu sagen hatte er viel. Doch wer eine Tirade gegen Trump, eine Breitseite gegen dessen Populismus oder dessen neue Mannschaft erwartet hatte, der musste ganz genau hinhören - denn Kritik am gewählten Präsidenten gab es nur versteckt. Obama ging es um mehr als um kleinliche Parteilichkeit. Und um mehr als Donald Trump.

Abschiedsrede Barack Obamas in voller Länge (engl. Originalton)
11.01.2017

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Flammendes Plädoyer für die Demokratie

Er machte aus dieser Rede, der letzten seiner Amtszeit, ein flammendes Plädoyer für die Demokratie. Denn die sei gefährdet wie lange nicht mehr: gefährdet durch zunehmende wirtschaftliche Ungleichheit, aber auch durch die Polarisierung in der Politik, die Spaltung der Gesellschaft. Und durch bewusstes Ignorieren von Fakten. "Wir ziehen uns zurück in unser Viertel, auf unseren Uni-Campus, in unsere Gotteshäuser oder unsere sozialen Netzwerke, umgeben uns mit Menschen, die aussehen wie wir selbst. Die unsere politische Meinung teilen, die unsere Ansichten nie in Frage stellen. So sicher fühlen wir uns in dieser Blase, dass wir nur solche Informationen hören wollen, die unsere Meinung widerspiegeln - ob sie nun wahr sind oder falsch."

Meinungen sollten vielmehr auf Erkenntnissen und Fakten fußen, sagte Obama. Beispiel Klimawandel: Der sei eine reale Bedrohung. Man könne über das beste Mittel dagegen streiten. Aber ein Problem schlicht abzustreiten, das sei Verrat an künftigen Generationen. 

Da sprach nicht nur der scheidende Präsident - da sprach auch der Rechtsprofessor, der überzeugte Demokrat. Und  ein begnadeter Redner. Streckenweise wirkte er wie ein Prediger - dem 18.000 gebannt zuhörten. Auch, als es um Angst ging: Die zerfresse die Demokratie. Angst vor Wandel, Angst vor allem, das anders, neu, fremd ist - sie könne die Werte aushöhlen, für die sein Land stehe. Deshalb habe er Folter verboten, deshalb sei er gegen jegliche Diskriminierung von muslimischen Amerikanern.

Obamas Liste der "Gefahren für die Demokratie" wirkte wie eine Aufzählung Trump’scher Wahlversprechen. Auch, wenn er dessen Namen nie nannte - die Seitenhiebe waren deutlich. Im letzten seiner Punkte kritisierte Obama jedoch die Amerikaner und Amerikanerinnen selbst: "Demokratie ist immer dann gefährdet, wenn man sich ihrer sicher glaubt." Ein Rüffel für die die geringe Wahlbeteiligung. Ein Appell, sich selbst politisch zu engagieren statt immer nur über die Politiker zu klagen. Das wichtigste Amt in einer Demokratie, "haben wir alle gemein: das des Bürgers".

Emotionaler Dank an Michelle

Ganz am Ende dieser letzten Rede als Präsident dankte der "Bald-wieder-einfache-Bürger" Obama seiner Frau. Und hatte Tränen in den Augen - so dicke, dass er das Taschentuch herausholen musste. "Du hast eine Rolle angenommen, die du nie wolltest", sagte er. "Du hast sie mit Anmut, mit Schneid und mit Stil zu deiner eigenen gemacht. Unten im Publikum lächelte Michelle Obama und tröstete die ebenfalls weinende Tochter.

Auch nach der Rede wollten sie ihn nicht gehen lassen. "Four more years", riefen sie im Chor. "Das kann ich nicht, das geht nicht", antwortete Obama. Und er wirkte so, als sei er darüber erleichtert.

Ermotionale Abschiedsrede von Obama
Mittagsmagazin, 11.01.2017, Sandra Ratzow, ARD Washington

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 11. Januar 2017 um 05:37 Uhr und die tagesschau am 11. Januar 2017 um 05:30 Uhr.

Korrespondentin

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Ina Ruck, WDR

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