NSA-Chef verteidigt Überwachungsprogramme

NSA-Chef verteidigt Überwachungsprogramme

"Dutzende Anschläge verhindert"

Nach den Enthüllungen über die NSA-Überwachungsprogramme hat der Chef des Geheimdienstes, Keith Alexander, eine bessere Kontrolle von Fremdfirmen gefordert. Er sei ernsthaft besorgt, dass ein externes Unternehmen Zugang zu zentralen Bereichen des NSA-Netzwerks gehabt habe, sagte er bei einer Anhörung im Senat in Washington.

Standbild von Edward Snowden aus einem Video-Interview mit dem "Guardian" (Bildquelle: AP)
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Standbild von Edward Snowden aus einem Video-Interview mit dem "Guardian"

Der externe Techniker Edward Snowden hatte vergangene Woche Details des Überwachungsprogramms PRISM an mehrere Medien weitergegeben. Alexander erklärte, man könne derzeit nicht alle Stellen für Computer-Systemadministratoren mit eigenem Personal besetzen, aber man müsse künftig noch genauer hinsehen, wer solche Posten bekomme.

Umfassende Transparenz angekündigt

Außerdem sprach sich Alexander für umfassende Transparenz im Datenskandal aus. Er wolle der Öffentlichkeit so viele Details wie möglich über die Überwachungsprogramme der NSA präsentieren. Zugleich verteidigte er die Arbeit seines Dienstes, die Enthüllungen untergrüben die Fähigkeiten der NSA und die Sicherheit würde gefährdet. Durch die Programme seien bereits Dutzende Terroranschläge vereitelt worden. Er versprach, sobald wie möglich eine exakte Zahl zu veröffentlichen.

Im Einzelnen erwähnte der NSA-Chef aber bereits zwei Fälle. Einer davon ist der geplante Anschlag von drei Islamisten auf die New Yorker U-Bahn im September 2009. Das Trio war aber einen Tag vor der Ausführung aufgeflogen. Alexander nannte in diesem Zusammenhang den Namen Najibullah Zazi, der einer der Verschwörer war. Er erwähnte außerdem David Headley, der wegen seiner Beteiligung an der Terrorattacke in Mumbai 2008 in einem US-Gefängnis sitzt. "Ich glaube, wir tun hier das Richtige, um die amerikanischen Bürger zu beschützen", sagte Alexander.

Überwachungsskandal: NSA-Chef vor Senatsausschuss
S. Kumpf, HR Washington
13.06.2013 05:45 Uhr

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Deutsche Geheimdienste nicht beteiligt

Deutsche Nachrichtendienste waren nach Angaben des CDU-Politikers Michael Grosse-Brömer nicht an PRISM beteiligt. Der "Rheinischen Post" sagte er nach einer Sondersitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums, die Entscheidung der Bundesregierung sei richtig, die Amerikaner jetzt aufzufordern, den Vorgang lückenlos aufzuklären - "gerade weil unsere Dienste weder bei der Datensammlung kooperiert, noch Daten wissentlich mitbenutzt haben".

Grosse-Brömer ist Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion und stellvertretender Vorsitzender des Kontrollgremiums, das für die Überwachung der Geheimdienste zuständig ist. Er sei beruhigt, dass die deutschen Nachrichtendienste nicht an dem amerikanischen Spähprogramm beteiligt gewesen seien, betonte er.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Juli 2013 um 12:00 Uhr.

Stand: 13.06.2013 00:48 Uhr

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