NSA-Gebäude in Fort Meade (Bildquelle: AP)

Medienbericht über geknackte Videokonferenzanlage NSA-Spionage im UN-Hauptquartier?

Stand: 25.08.2013 12:07 Uhr

Der US-Geheimdienst NSA hat laut einem Medienbericht auch die Zentrale der Vereinten Nationen in New York abgehört. Der NSA sei es im Sommer 2012 gelungen, die Verschlüsselung der internen UN-Videokonferenzanlage zu knacken, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf geheime Dokumente.

Die Entschlüsselung habe für "eine dramatische Verbesserung der Daten aus Video-Telekonferenzen" gesorgt, hieß es darin. Binnen drei Wochen sei die Zahl der entschlüsselten Kommunikationen von zwölf auf 458 angestiegen. Die Spionageaktionen seien illegal, in einem bis heute gültigen Abkommen mit den UN hätten sich die USA verpflichtet, keine verdeckten Aktionen zu unternehmen.

In einem Fall habe die NSA zudem den chinesischen Geheimdienst dabei ertappt, ebenfalls zu spionieren. Daraufhin habe die NSA das abgefangen, was zuvor die Chinesen abgehört hätten, berichtet der "Spiegel" weiter.

US-Geheimdienst soll Zentrale der Vereinten Nationen ausspioniert haben
tagesthemen 22:45 Uhr, 25.08.2013, Heribert Roth, ARD New York

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Möglicherweise auch EU-Botschaft jahrelang überwacht

Schon im Juni hatte der "Spiegel" unter Berufung auf NSA-Papiere aus dem Jahr 2010 berichtet, dass der Geheimdienst unter anderem die EU-Botschaft in Washington mit Wanzen ausgespäht und das interne Computernetz angezapft habe. Laut dem aktuellen Bericht setzte die NSA das Ausspionieren auch nach dem Umzug in ein neues EU-Botschaftsgebäude im September 2012 fort.

Die NSA betreibt zudem laut "Spiegel" weltweit in mehr als 80 Botschaften und Konsulaten ein eigenes Abhörprogramm, das intern "Special Collection Service" genannt werde und oft ohne Wissen des Gastlandes laufe. Auch in Frankfurt und Wien gebe es entsprechende Lauschposten. Die Existenz dieser Posten sei unter allen Umständen geheim zu halten, weil den Beziehungen zum jeweiligen Gastland sonst schwerer Schaden zugefügt werden könne, heißt es dem Magazin zufolge in den internen Dokumenten.

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