Brasiliens Präsidentin Rousseff verschiebt wegen NSA-Affäre USA-Reise. (Bildquelle: AP)

NSA-Affäre belastet diplomatische Beziehungen Brasiliens Präsidentin sagt USA-Reise ab

Stand: 17.09.2013 21:42 Uhr

Wegen der Affäre um die Spionagetätigkeit des US-Geheimdienstes NSA hat Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff einen geplanten Staatsbesuch in den USA auf unbestimmte Zeit verschoben. Die ursprünglich für Oktober angesetzten Konsultationen mit US-Präsident Barack Obama würden verschoben, damit die Vorwürfe angemessen untersucht werden könnten, erklärte Rousseff in Brasilia. Die Entscheidung zur Verschiebung der Reise sei von beiden Ländern getroffen worden.

NSA spähte Rousseffs Telefonate und E-Mails aus

Brasiliens Präsidentin Rousseff verschiebt wegen NSA-Affäre USA-Reise. (Bildquelle: dpa)
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Sie wurde laut Medienberichten massiv von der NSA bespitzelt. Nun fordert Präsidentin Rousseff eine Entschuldigung.

Im Zuge der Enthüllungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden war ans Licht gekommen, dass der US-Geheimdienst Rousseff persönlich bespitzelt haben soll. Sowohl Telefonate und E-Mails der Präsidentin wurden demnach ausgespäht.

Auch das größte Unternehmen des Landes, der staatlich kontrollierte Ölkonzern Petrobras, soll von der NSA abgehört worden sein. Brasilien war den Berichten zufolge das am meisten von der NSA bespitzelte Land in Lateinamerika.

Rousseff sagt USA-Besuch wegen Spionageaffäre ab
J. Segador, ARD Buenos Aires
18.09.2013 06:46 Uhr

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Rousseff verlangt Entschuldigung Obamas

Angesichts der Umstände sei ein Besuch zum geplanten Zeitpunkt nicht passend, erklärte das Büro der brasilianischen Präsidentin. Es habe keine Erklärungen seitens der USA zu den Vorwürfen gegeben und auch keine Zusicherung, die Aktivitäten einzustellen. Obama habe Rousseff am späten Montagabend angerufen, um sie zu überzeugen, doch an ihrer Reise festzuhalten. Rousseff habe jedoch eine öffentliche Entschuldigung für die Ausspähung verlangt, was Obama abgelehnt habe.

In einer Mitteilung des Weißen Hauses hieß es, Obama bedauere die Sorgen Brasiliens über die enthüllten Spionageprogramme und verstehe die Absage. Der Präsident wolle eng mit der brasilianischen Regierung zusammenarbeiten, um die Spannungen zwischen beiden Seiten aus dem Weg zu räumen. Bis die Stellung der US-Geheimdienste ausführlich untersucht sei, würden aber noch Monate vergehen

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