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Geheimer NSA-Bericht veröffentlicht US-Whistleblowerin droht hohe Strafe

Stand: 07.06.2017 08:35 Uhr

Mit bis zu zehn Jahren Haft könnte die junge Frau bestraft werden, die die streng vertraulichen Geheimdienstinformationen zu russischen Hackerangriffen weitergegeben haben soll. Ihr Drucker könnte sie verraten haben.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Die 25-Jährige aus Augusta im Bundesstaat Georgia ist Mitarbeiterin eines privaten Dienstleisters, der im Auftrag des US-Geheimdienstes NSA arbeitet. Sie wurde am Samstag festgenommen - nur wenige Stunden, nachdem die Enthüllungsplattform "The Intercept" ein streng geheimes NSA-Dokument veröffentlicht hatte. Darin wird beschrieben, dass es offensichtlich bis kurz vor der US-Wahl im November Versuche von Hackern des russischen Militärgeheimdienstes gab, in das System der Wählerregistrierung in den USA einzudringen.

Bis zu zehn Jahre Haft

Juristisch sei der Fall ziemlich klar, meint Rechtsexperte Jeffrey Toobin auf CNN: Der 25-Jährigen droht im Falle einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren. "Wenn sie das geheime Dokument tatsächlich an die Enthüllungsplattform geschickt hat, dann ist das eine sehr ernste Straftat. Diese Frau bekommt jetzt großen Ärger", so Toobin.

US-Whistleblowerin angeklagt
nachtmagazin 00:30 Uhr, 07.06.2017, Jochen Leufgens, ARD Washington

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Zumal US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Wochen immer wieder angekündigt hatte, energischer als bisher gegen Regierungsmitarbeiter vorzugehen, die den Medien geheime Informationen stecken. Deshalb äußerten sich Mitarbeiter der Trump-Regierung zufrieden über die schnelle Festnahme.

Nur sechs Personen hatten Zugang zu Dokument

Das FBI war der Frau auf die Schliche gekommen, weil es nur sechs Personen gab, die das streng geheime Dokument ausdrucken durften. Von diesen sechs Personen hatte nur die 25-Jährige E-Mail-Kontakt mit der Enthüllungsplattform.

Dennoch ist der Fall für die Trump-Regierung ein zweischneidiges Schwert, geht es doch erneut um russische Einflussversuche auf die US-Wahl. Diese müssten restlos aufgeklärt werden, fordert der demokratische Senator Tim Kaine: "Wer rechtswidrig Dokumente weitergibt, muss die Konsequenzen tragen. Aber die amerikanische Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, in welchem Ausmaß Russland versucht hat, unsere Wahl zu beeinflussen."

Aus dem geheimen NSA-Dokument geht hervor, dass mutmaßliche Hacker des russischen Militärgeheimdienstes noch eine Woche vor der Wahl im November sogenannte Phishing-Mails an über 120 Wahlbeamte in mehreren US-Bundesstaaten verschickten. Mit Hilfe der in den Mails enthaltenen Schadsoftware wollten die Hacker offensichtlich in die Wähler-Registrierung eindringen.

Betroffen waren vor allem Bundesstaaten, die besonders umkämpft waren. In Arizona hatte Innenministerin Michele Reagan bereits im vergangenen August bekannt gegeben, dass Hacker versucht hätten, in die Wählerlisten des Bundesstaates einzudringen: "Ihre wirkliche Absicht war wohl, uns zu zeigen, dass sie sich Informationen beschaffen können, wenn sie wollen. Damit wollen sie uns Angst einjagen, unsere Wahl könnte manipuliert sein. Das ist das Gefährlichste daran."

Welchen Einfluss hatte Russland?

Ob die Hacker-Attacken tatsächlich Wahlergebnisse in den USA beeinflusst haben, geht aus dem NSA-Bericht nicht hervor. Regierungsverantwortliche in den USA hatten dies bislang stets als unwahrscheinlich bezeichnet.

Ein Kreml-Sprecher wies die Vorwürfe zurück: Für die Anschuldigungen gebe es keine Belege. Zwei Tage vor der mit Spannung erwarteten Aussage des von Trump gefeuerten FBI-Direktors James Comey, zeigt der jüngste Fall jedoch, dass es vermutlich doch mehr Versuche russischer Einflussnahme auf die US-Wahl gab, als bislang angenommen.

Whistleblowerin in den USA verhaftet
M. Ganslmeier, ARD Washington
07.06.2017 08:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 06. Juni 2017 um 00:32 Uhr.

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