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Nach Kritik an Reaktion auf Breivik-Anschläge
Norwegens Polizeichef tritt zurück
Mehr als ein Jahr nach den Anschlägen von Oslo und Utöya mit 77 Toten hat der norwegische Polizeichef Oeystein Maeland seinen Rücktritt erklärt. Justizministerin Grete Faremo gab den sofortigen Rückzug Maelands während einer Fernsehdebatte bekannt.
Maeland begründete seinen Rücktritt in einer schriftlichen Erklärung mit mangelndem politischen Rückhalt. Das Vertrauen der Justizministerin sei entscheidend dafür, ob er seine Funktion weiter ausüben könne. Wenn dies nicht gegeben sei, werde es für ihn unmöglich, die Arbeit fortzusetzen. Maeland hatte sein Amt wenige Tage vor den Anschlägen übernommen.
Am Montag hatte eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung der Anschläge schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Die Tat in Oslo hätte demnach verhindert werden können, wenn Sicherheitsmaßnahmen effektiv angewandt worden wären. Auch der Amoklauf auf Utöya wäre früher zu stoppen gewesen. Die norwegischen Medien warfen der Polizei nach Veröffentlichtung des Berichts vor, in ihren eigenen Untersuchungen zu den Anschläge die Wahrheit vertuscht zu haben.
Urteil gegen Breivik am 24. August
Der geständige Täter Breivik hatte am 22. Juli 2011 im Regierungsviertel von Oslo mit einer Autobombe acht Menschen getötet. Anschließend erschoss er in einem Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utöya 69 Menschen.
Das Urteil gegen ihn soll am 24. August verkündet werden. Trotz seines Tatbekenntnisses plädierte Breivik auf nicht schuldig. Er gab an, die 77 Menschen aus "Notwehr" getötet zu haben, um Norwegen vor fremden Einflüssen zu schützen.
Kommission erhebt schwere Vorwürfe gegen norwegische Polizei
T. Krohn, ARD Stockholm
13.08.2012 17:09 Uhr
Stand: 16.08.2012 23:59 Uhr
