Nordkorea zieht Arbeiter aus Sonderwirtschaftszone ab

Sonderwirtschaftszone Kaesong

Gemeinsame Sonderwirtschaftszone

Nordkorea zieht Arbeiter aus Kaesong ab

Das Regime in Nordkorea will nach Medienberichten den Betrieb im Industriepark in Kaesong an der Grenze einstellen. Alle nordkoreanischen Arbeiter in dem Gewerbekomplex in der nordkoreanischen Stadt sollen abgezogen werden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. In der Wirtschaftszone arbeiten mehr als 50.000 nordkoreanische Arbeiter.

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA zitiert einen ranghohen Beamten der Regierungspartei damit, dass nach dem Abzug der Arbeiter der Industriekomplex vorübergehend geschlossen wird. Der Beamte machte "militärische Kriegstreiber" für die Entscheidung verantwortlich. Es hänge allein von der südkoreanischen Regierung ab, wie sich die Lage weiter entwickeln werde.

Nordkorea hatte bereits in der vergangenen Woche Arbeitern aus Südkorea die Einreise untersagt, die Ausreise hingegen erlaubt. Hunderte Südkoreaner blieben zunächst freiwillig in Kaesong.

Das gemeinsame Projekt der Sonderwirtschaftszone war bislang bei Zuspitzungen des Konfliktes zwischen beiden Ländern nicht betroffen. Der Industriekomplex liegt in Nordkorea, zehn Kilometer von der Grenze zum Süden entfernt. Kaesong ist eine wichtige Quelle für ausländische Devisen für Pjöngjang.

Nordkorea zieht Arbeiter aus Sonderwirtschaftszone Kaesong ab
tagesschau 20:00 Uhr, 08.04.2013, Philipp Abresch, ARD Tokio

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Merkel und Putin fordern Ende der Provokationen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin forderten Nordkorea zur Einstellung der militärischen Provokationen auf. Sie sei sich mit Putin sehr einig, dass die internationale Staatengemeinschaft im Zusammenhang mit der Entwicklung um Nordkorea beruhigend einwirken müsse, sagte Merkel nach einem gemeinsamen Rundgang mit Putin über die Hannover Messe.

Putin warnte, ein militärischer Konflikt könne schlimmere Folgen als die Atomkatastrophe von Tschernobyl haben. Als Nachbar Nordkoreas sei Russland über die Eskalation besorgt.

Südkorea nimmt Aussagen zu Atomtest zurück

Der südkoreanische Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae nahm indes seine Aussage zurück, dass es in Nordkorea Anzeichen zu Vorbereitungen für einen Atomtest gibt. Er habe dies so nicht sagen wollen, sagte Ryoo. Der Minister hatte seine Einschätzung vor einem Parlamentsausschuss geäußert, als er auf vermehrte Fahrzeugbewegungen am nordkoreanischen Atomtestgelände angesprochen wurde.

Südkoreanische Medien hatten zudem über verstärkte Aktivitäten am wichtigsten nordkoreanischen Atomtestgelände berichtet. Eine südkoreanische Zeitung zitierte einen ungenannten Regierungsvertreter mit den Worten, dass es beim Atomtestgelände bei Punggye Ri Bewegungen von Personal und Fahrzeugen gebe, wie man sie auch im Vorfeld des dritten Atomtests im Februar festgestellt habe.

Unklar sei, ob die Aktivitäten tatsächlich Vorbereitungen zu einem neuen Nukleartest seien oder dazu dienten, die US-Satellitenaufklärung bewusst in die Irre zu führen, um dadurch den Druck auf Washington und Seoul zu erhöhen, sagte der Regierungsvertreter der Zeitung "JoongAng Ilbo". Militärs in Südkorea bestätigten der Zeitung zufolge zudem, dass Nordkorea wahrscheinlich den Start einer Mittelstreckenrakete von einer mobilen Raketenstartrampe an der Ostküste vorbereitet.

Die USA hatten bereits am Samstag damit gerechnet, dass Nordkorea einen weiteren Raketentest unternehmen könnte.

Peking warnt Pjöngjang vor Eskalation

Zuvor hatte China die nordkoreanische Führung in ungewöhnlich scharfer Form vor einer weiteren Eskalation der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel gewarnt. Keinem Land dürfe erlaubt werden, eine Region oder gar die ganze Welt aus selbstsüchtigen Motiven ins Chaos zu stürzen, sagte Chinas Präsident Xi Jinping. Die Staatengemeinschaft sollte sich vielmehr geschlossen für die Vision einer kooperativen Sicherheit einsetzen. Das "globale Dorf" dürfe keine "Arena für Gladiatoren" werden, sagte er weiter. Xi erwähnte Nordkorea in seiner Rede allerdings nicht direkt.

Der frühere US-Botschafter in China, Jon Huntsman, nannte die Aussagen Xis beispiellos. China verliere offenbar die Geduld mit seinem Verbündeten, sagte der Diplomat.

Xi Jinping (Bildquelle: AFP)
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Xi bemüht sich um eine Beruhigung der Lage.

Chinas Außenminister Wang Yi sprach sich in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon für Gespräche aus. China glaube, dass die Spannungen durch Dialog gelöst werden könnten, "egal wie sich die Lage ändert". Das Land, ein Verbündeter des Regimes in Pjöngjang, wolle den Sechs-Nationen-Dialog mit Nordkorea, den USA, Südkorea, Japan und Russland wieder aufnehmen.

Ariane Reimers (ARD Peking, zzt. Dandong) zur Position Chinas im Korea-Konflikt
tagesschau 17:00 Uhr, 08.04.2013

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Stand: 08.04.2013 11:50 Uhr

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