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Kim Jong Un kündigt Wende an
Neue Töne aus Nordkorea - Skepsis in Seoul
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat mit einer Ansprache über die Ziele im neuen Jahr überrascht. Nicht nur die Stärkung der Wirtschaft steht oben. Auch die Bemühungen um die Vereinigung mit Südkorea sollen vorangetrieben werden. Wie das geschehen soll, sagte Kim allerdings nicht.
Schluss mit Rhetorik der Drohungen
Dennoch: Die Rede wurde von Beobachtern als mögliches Annäherungssignal für Südkoreas künftige Präsidentin Park Geun Hye gewertet. Schon die Wortwahl Kims sei neu: Die Sprache sei schon eine bedeutende Wende von der Rhetorik der Drohungen, wie sie bislang gegen Südkorea geäußert wurden, kommentierte zum Beispiel die Zeitung "The Korea Times".
Auch der Nordkorea-Experte Yang Moo Jin von der Universität Seoul bewertete den Grundton von Kims Rede als positiv. "Sie könnte begrenzte wirtschaftliche Reformen in diesem Jahr andeuten und sendet zudem eine Botschaft an die neue südkoreanische Präsidentin über den Wunsch zu engeren grenzüberschreitenden Beziehungen", sagte er.
Nordkoreanischer Staatsführer Kim Jong-Un kündigt Politikwechsel an
ARD-Morgenmagazin 06:12 Uhr, 02.01.2013, Phillipp Abresch, ARD Tokio
Das Vereinigungsministerium in Seoul reagierte zurückhaltend auf Kims Rede. Diese sei weitgehend auf der Linie der bisherigen Politik, die Vorrangstellung des Militärs zu verteidigen. Beide koreanische Staaten befinden sich seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) völkerrechtlich noch immer im Kriegszustand.
Experten zufolge könnte sich Nordkorea um eine Entspannung bemühen, um den Süden um wirtschaftliche Hilfe bitten zu können. "Die Äußerungen Kims bedeuteten nicht zwangsläufig eine substanzielle Wende in der Politik Nordkoreas gegenüber dem Süden", sagte Kim Tae Woo vom Koreanischen Institut für Nationale Wiedervereinigung.
Widersprüchliche Signale
Korea ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs geteilt. Derzeit gibt es jedoch Hoffnungen auf eine Verbesserung der Beziehungen. So hat die designierte konservative Präsidentin des Südens, Park Geun Hye, ihre Bereitschaft erklärt, sich mit Kim Jong Un zu treffen.
Doch in Pjöngjang hatte bislang nichts auf Versöhnung hingedeutet, im Gegenteil. Erst im Dezember startete Nordkorea eine Langstreckenrakete. Der Westen wertete dies als Vorbereitung eines dritten Atomtests - nach Angaben Pjöngjangs wurde dagegen ein Forschungssatellit ins All geschossen. Gegen Nordkorea wurden wegen seiner Atomwaffenversuche und Raketentests mehrfach UN-Sanktionen beschlossen. Die Bevölkerung des Landes leidet unter extremer Armut und Unterernährung, während die Streitkräfte zahlenmäßig stark und hochgerüstet sind.
Kim Jong Un war nach dem Tod seines Vaters vor einem Jahr zum zum neuen Machthaber ausgerufen worden. Kim knüpfte an die Gepflogenheit seines Großvaters Kim Il Sung an, zum neuen Jahr eine Ansprache zu halten. Der als Staatsgründer verehrte Diktator starb 1994.
Stand: 02.01.2013 14:50 Uhr
