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Flugbahn der nordkoreanischen Rakete

Nordkorea schießt Rakete ins All

UN-Sicherheitsrat verurteilt Pjöngjang

Der UN-Sicherheitsrat hat den nordkoreanischen Raketenstart verurteilt. Die Aktion habe gegen eine Resolution des Sicherheitsrats aus dem Jahr 2009 verstoßen, wonach ein Start mit "ballistischer Raketentechnologie" verboten sei, teilte das höchste UN-Gremium nach Beratungen hinter verschlossenen Türen mit. Der Sicherheitsrat werde nun über "eine angemessene Reaktion" beraten. Nach Angaben von Diplomaten dürfte die Verabschiedung einer möglichen Resolution mit dem Beschluss von Sanktionen noch mehrere Tage dauern.

Nordkorea hatte nach eigenen Angaben am Mittwochmorgen (Ortszeit) erfolgreich eine Trägerrakete namens Unha-3 abgefeuert, um einen Wettersatelliten in die Erdumlaufbahn zu befördern. Der Westen vermutet hinter dem Start dagegen einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm. Der Raketenstart kam überraschend, da Pjöngjang noch kurz zuvor erklärt hatte, dass das Zeitfenster wegen technischer Probleme um eine Woche bis zum 29. Dezember verlängert werde.

Nordkoreas Regierung feiert gelungenen Satellitenstart
tagesschau 12:00 Uhr, 12.12.2012, Philipp Abresch, ARD Tokio

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Weltweite Kritik

Weltweit gab es scharfe Kritik an dem Raketenstart. Der Einsatz der Raketentechnologie durch Nordkorea bedrohe die regionale Sicherheit und sei ein direkter Verstoß gegen geltende UN-Resolutionen, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates in Washington, Tommy Vietor. Die Europäische Union prüft nach Angaben ihrer Außenbeauftragten Catherine Ashton neue Sanktionen gegen das bereits weithin isolierte Land.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte: "Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sollte eine deutliche Antwort auf diese Völkerrechtsverletzung geben." Das Auswärtige Amt in Berlin bestellte den nordkoreanischen Botschafter ein. Dem Diplomaten sei die Haltung der Bundesregierung zu dem völkerrechtswidrigen Raketenstart "unmissverständlich" klargemacht worden, teilte das Amt mit.

Kontrollzentrum in Pjöngjang
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Das Kontrollzentrum in Pjöngjang

Zweiter Versuch seit Amtsantritt von Kim Jong Un

Der jüngste Raketenstart war der zweite Versuch eines solchen Tests seit der Amtsübernahme von Kim Jong Un, der nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il vor knapp einem Jahr Präsident wurde. Zuletzt war im April ein ähnlicher Versuch fehlgeschlagen. Das Geschoss brach damals kurz nach dem Start auseinander.

Nordkorea verfügt über Kurz- und Mittelstreckenraketen, doch mehrere Tests von Langstreckenraketen waren zwischen 1998 und 2011 gescheitert. Nach den Tests verhängte der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen Pjöngjang. Nach einer UN-Resolution von 2009 darf Nordkorea zudem keine ballistische Raketenstarts ausführen.

US-Experten gehen davon aus, dass Nordkorea zwar ausreichend waffenfähiges Plutonium besitzt, um damit Dutzende Atombomben zu bestücken. Doch ist bislang nicht bekannt, dass das Land über funktionstüchtige Trägerraketen verfügt.

Stand: 12.12.2012 20:44 Uhr

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