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Washington und Pjöngjang
Drohungen, Misstrauen und Phasen der Annäherung
Die Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea waren immer geprägt von Drohungen, Misstrauen und kurzen Phasen der Annäherung: Kaum hatten sich beide Länder 1992 auf eine atomwaffenfreie Zone geeinigt, da brach die alte Skepsis wieder auf. Seit 2005 nehmen die Spannungen fast nur noch zu.
Von Sabrina Fritz, SWR-Hörfunkstudio Washington
US-Präsident Barack Obama steht in Flammen, eine Atombombe explodiert - erst vor wenigen Wochen hat Nordkorea dieses Video im Internet hochgeladen, dazu den Text: "Die ganze Welt schaut jetzt zu, die USA müssen antworten."
Es war eine weitere Provokation aus Pjöngjang gegen Washington nach dem dritten Atomtest vor knapp vier Wochen. Obama hatte an prominenter Stelle geantwortet - in seiner Rede zur Lage der Nation: "Das Regime in Nordkorea muss wissen: Sie werden nur Sicherheit und Wachstum erreichen, wenn sie ihre internationalen Verpflichtungen einhalten. Drohungen werden sie nur weiter isolieren. Wir werden die Führung übernehmen, auf solche Drohungen zu reagieren."
USA nutzten Zusammenbruch der Sowjetunion zur Annäherung
Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind geprägt von Drohungen, Misstrauen und kurzen Phasen der Annäherung: 1992 zogen die Amerikaner ihre Atomwaffen aus Südkorea ab. Zeitgleich brach die damalige Sowjetunion auseinander, einer der wichtigsten Unterstützer Nordkoreas. Die USA nutzten das Machtvakuum in Moskau und überzeugten Nordkorea, sein Atomprogramm einzufrieren. Im Gegenzug versprachen sie neue Kraftwerke, wirtschaftliche Unterstützung und diplomatische Beziehungen. Beide Seiten einigten sich auf eine atomwaffenfreie Zone auf der koreanischen Halbinsel.
Doch der Frieden hielt nur kurz: Als ein US-Hubschrauber über Nordkorea abgefangen wurde, brach das alte Misstrauen wieder auf. Nordkorea warf den Amerikanern Spionage vor. 2002 setzte der damalige US-Präsident George W. Bush Nordkorea auf die "Achse des Bösen", gemeinsam mit dem Iran und dem Irak.
USA und Nordkorea: Drohungen, Misstrauen, Annäherung
S. Fritz, SWR Washington
08.03.2013 01:04 Uhr
Atomtests als Provokation
Bush bezeichnete Nordkorea als ein Land, das Massenvernichtungswaffen entwickelt, während die Bevölkerung verhungert. Er verdächtige das kommunistische Regime, eine Atombombe zu entwickeln. 2005 bestätigte Nordkorea, Atomwaffen zu besitzen und rechtfertigte dies als Selbstverteidigung gegen die USA. Seitdem haben die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang stetig zugenommen und wurden auch unter Obama nicht besser. Kurz nach seinem Amtsantritt 2008, als der Friedensnobelpreisträger von einer atomwaffenfreien Welt träumte, provozierte Nordkorea den frisch gewählten Präsidenten mit seinem zweiten Atomtest.
Gleichzeitig stieg Nordkorea aus Gesprächen mit Russland und den USA über sein Atomprogramm aus. Die USA haben sich seitdem an die Spitze derjenigen gestellt, die Sanktionen gegen Nordkorea im UN-Sicherheitsrat gefordert und durchgesetzt haben.
"Besser, wenn Nordkorea zu Gesprächen bereit wäre"
Nach Angaben der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, sind die aktuellen Sanktionen die schärfsten, die gegen Nordkorea bislang verhängt wurden. Sie werden auch von China mitgetragen, was Politikexperten in den USA als gutes Zeichen für die Beziehungen zwischen Washington und der neuen Regierung in Peking werten.
Obama und sein neuer Außenminister John Kerry setzten nach der jüngsten Atom-Drohung gegen die USA zunächst auf Gespräche und Sanktionen: "Der Welt würde es besser gehen, wenn Nordkorea zu Gesprächen bereit wäre", sagte Kerry.
Stand: 08.03.2013 02:02 Uhr
