Eine mobile Abschussrampe für eine Boden-Boden-Rakete | Bildquelle: REUTERS

Konflikt mit den USA "Nordkorea wird bereit sein"

Stand: 18.04.2017 02:40 Uhr

Zwischen den USA und Nordkorea wird der Ton immer rauer. Der nordkoreanische UN-Diplomat Kim warf den USA eine "Gangster-ähnliche Logik" vor. Die Zurechtweisung aus dem Weißen Haus folgte prompt.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Der nordkoreanische UN-Botschafter Kim In Ryong | Bildquelle: AP
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UN-Botschafter Kim fand klare Worte für die US-Politik.

Das Treffen am Ostermontag im Presseraum der Vereinten Nationen fängt freundlich an. Es hätten doch wohl alle ihr langes Osterwochenende genossen, begrüßt Kim In Ryong, der stellvertretende UN-Botschafter Nordkoreas, die Journalisten. An besagtem Osterwochenende hielt Nordkorea zum Geburtstag seines verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung eine gigantische Militärparade mit Panzern und Raketen ab. Zudem testete es erneut gegen alle Vorgaben des UN-Sicherheitsrates eine Rakete - der Test scheiterte.

Und es geht um das Wochenende, an dem die USA mit einem Flugzeugträger-Verband und ihrem Vizepräsidenten Mike Pence in der Region unterwegs sind. Pence kündigte dabei ein Ende der "strategischen Geduld" an, weil diese Politik versagt habe.

Vice President Pence @VP
The alliance between S Korea & the US is the linchpin of peace & security on the Korean Peninsula and indeed throughout the Asia-Pacific.

Starke Gesten, klare Worte

Ein schönes Osterwochenende? Wohl kaum für die koreanische Halbinsel. Es ist vielmehr eine Zeit der Anspannung, starker Gesten und starker Worte. Denen fügt der Nordkoreaner nun bei den UN noch einige hinzu. Er sagte: "Wie jeder weiß, griffen die USA dieser Tage ohne Zögern einen souveränen Staat militärisch an - und behaupten dann, es gehe darum, Frieden durch Stärke zu erreichen."

Gemeint ist natürlich der US-Raketenangriff in Syrien. Der nordkoreanische UN-Diplomat spricht von einer geradezu "Gangster-ähnlichen Logik" der USA, die sie gleichermaßen auf Nordkorea anwenden wollten. Dem Land also, dem US-Präsident Donald Trump am Rande der Ostereiersuche im Garten des Weißen Hauses nur knapp mit auf den Weg gibt: "Benimm dich!"

US-Präsident Trump (links) begrüßt Kinder zur traditionellen Ostereiersuche am Weißen Haus. | Bildquelle: AP
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"Benimm dich!" - mehr sagte US-Präsident Trump (links) nicht in Richtung nordkoreanisches Regime bei der zur traditionellen Ostereiersuche.

Keine Osterstimmung mehr

Die nordkoreanische Antwort auf der Bühne der Vereinten Nationen: Die USA hätten eine gefährliche Situation geschaffen, in der ein nuklearer Krieg jeden Moment beginnen könne. Die USA - so sieht es Nordkorea - betrieben ein aggressives Säbelrasseln. Kim wurde deutlich: "Wenn die USA es wagen, sich für eine militärische Aktion zu entscheiden, für einen Präventivschlag, die Beseitigung unseres Hauptquartiers - dann wird Nordkorea bereit sein, auf jede Form des Krieges zu reagieren, wie auch immer die USA ihn wünschen."

Es ist ein Krieg der Worte auf der Bühne der UN. Dazu gehört auch die vage Antwort auf die Frage, ob Nordkorea erneut eine Rakete oder Nuklearwaffe testen werde. Was wiederum einen Verstoß gegen UN-Resolutionen bedeuten würde. Das werde zu der Zeit und an dem Ort passieren, den das Militärkommando für notwendig erachte, so Kim. Von Osterstimmung war da schon lange nichts mehr zu spüren.

Krieg der Worte – Nordkorea auf der Bühne der UN
K. Clement, ARD New York
18.04.2017 00:02 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 17. April 2017 um 23:35 Uhr.

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