Flaggen USA und Nordkorea | Bildquelle: imago/Marius Schwarz

Nordkorea-Konflikt Die erste Runde geht an Kim

Stand: 09.03.2018 15:56 Uhr

Dass Trump Nordkoreas Machthaber Kim ein Treffen zusagt, ist ein Triumph nordkoreanischer Diplomatie, meint Jürgen Hanefeld. Es zeige auch, dass die US-Regierung keine Strategie im Umgang mit Nordkorea habe.

Von Jürgen Hanefeld, ARD-Studio Tokio

Was ist los mit den Streithähnen - Nordkoreas Machtaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump? Plötzlich haben die rüden Beschimpfungen und Beleidigungen ein Ende, plötzlich herrschen Friede, Freude, Eierkuchen. Unerklärlich eigentlich.

Aber vielleicht verdeckt das rasante Tempo der Entwicklung nur, was schon länger in der Luft lag: die Suche nach einer vernünftigen Lösung. Die hat Südkoreas Präsident Moon Jae In bereits eingeleitet, als er Kim im Sommer vergangenen Jahres zu den Olympischen Winterspielen einlud. Ein kluger Schachzug, der am Anfang dieses Feuerwerks der Überraschungen stand.

Kim braucht Anerkennung - und Raketen

Moon ist ein glänzender Mediator. Er wusste, was Kim braucht und will. In erster Linie ist das Anerkennung. In zweiter Linie sind es Raketen, mit denen er sich schützen kann. Beide Ziele hat er erreicht. Allerdings um den Preis von Sanktionen, die sein Land an den Abgrund führen. Diese Situation öffnet Verhandlungsspielräume. Kein Wunder, dass Kim jetzt Kreide frisst. Seit Neujahr gibt er den charmanten Staatsmann, der geradezu nach amerikanischem Vorbild mit Frau und Schwester illustre Gäste empfängt.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un winkt applaudierenden Männern zu | Bildquelle: REUTERS
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Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un

Bei all dem wird man den Eindruck nicht los, dass Kim seinem Gegner immer einen Schritt voraus ist. Kaum hatte er seine stärkste Atomrakete gezündet, legte er den Hebel um, mit der Absicht, die Lockerung der Sanktionen zu erwirken.

Verhandeln auf Augenhöhe

Doch er kriecht nicht zu Kreuze. Sein Angebot, das Raketenarsenal einzufrieren und möglicherweise sogar abzubauen, ist an Bedingungen geknüpft. Eine davon ist das direkte Gespräch mit dem amerikanischen Präsidenten. Für Kim ist allein das schon ein Sieg. Die Nordkoreaner werden platzen vor Stolz, wenn sie im Fernsehen sehen, dass die beiden Staatsmänner auf Augenhöhe verhandeln.

Trump sagt Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim zu
tagesschau 17:00 Uhr, 09.03.2018, Gabor Halasz, ARD Tokio

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Dass Trump sich darauf einlässt, ist ein Triumph der nordkoreanischen Diplomatie. Aber auch ein Versagen der amerikanischen Politik, die jeden Kompass verloren hat. Die Konflikte dieser Welt sind nicht nach Wildwestmanier zu lösen. Kim einfach abzuballern, wie es Trump vielleicht insgeheim vorschwebt, funktioniert nicht.

USA ohne Kompass

Aber dem gestern noch als "Rocket Man" verhöhnten Kim nun einen roten Teppich auszurollen, lässt keine Linie erkennen. Was die USA brauchen, ist eine klare Strategie - und die haben sie nicht.

Die erste Runde geht also eindeutig an Kim. Die defensive Haltung, die er in diesen Tagen zeigt, dient nur dem Zweck, international Statur zu gewinnen. Dass er sein Atomarsenal in absehbarer Zeit aufgeben wird, ist nicht zu erwarten. Aber verhandeln heißt Kompromisse schließen. Man darf gespannt sein, wer den nächsten Schritt wagt. Bestimmt Kim.

Ein Feuerwerk der Überraschungen - Kim trifft Trump
Jürgen Hanefeld, ARD Tokio
09.03.2018 15:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. März 2018 um 12:00 Uhr und NDR Info um 15:00 Uhr.

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