Cho Myoung Gyon und Ri Son Gwon | Bildquelle: AP

Konflikt mit Südkorea Nordkorea kündigt Olympia-Delegation an

Stand: 09.01.2018 11:02 Uhr

Die Entwicklung kam plötzlich. Nach dem ersten Treffen seit zwei Jahren, will Nordkorea Funktionäre und Sportler zu den Winterspielen ins Nachbarland schicken. Im besten Fall sind die Gespräche der Auftakt einer Serie von Verhandlungen.

Von Jürgen Hanefeld, ARD-Studio Tokio

Nordkorea ist dazu entschlossen, eine - so wörtlich - hochrangige Delegation zu den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang zu schicken. Das kündigten Unterhändler bei den Gesprächen mit Südkorea im Grenzort Panmunjom an.

Außerdem ist von der Entsendung einer Taekwondo-Mannschaft und von artistischen Vorführungen die Rede. Südkorea schlägt vor, über das kommende chinesische Neujahrsfest Familienzusammenführungen zu arrangieren. Das wäre Mitte Februar, also während der Winterspiele.

Gespräche zwischen Nord- und Südkorea
tagesschau 12:00 Uhr, 09.01.2018, Uwe Schwering, ARD Tokio

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Olympia: "Spiele des Friedens"

Zwar ist nichts in trockenen Tüchern, aber es geht voran bei den Verhandlungen - so hatte es sich der Unterhändler des Südens, Vereinigungsminister Cho Myoung Gyon, erhofft: "Unser Ziel ist es, die Spiele zu einem Festival des Friedens zu machen", sagte er. Gleichzeitig solle ein erster Schritt in den interkoreanischen Beziehungen getan und die Erwartungen der Bevölkerung erfüllt werden.

Die Entwicklung kam plötzlich. Zwei Jahre lang gab es gar keine Kontakte zwischen den beiden Koreas. Die damalige Regierung Südkoreas hatte als Reaktion auf die Raketenpolitik des Nordens alle Verbindungen gekappt. Auch die Sonderwirtschaftszone Kaesong wurde geräumt.

Nach dem Machtwechsel in Südkorea ging der neue Präsident Moon Jae In sofort daran, das Verhältnis zum Norden zu reparieren. Doch seine Bemühungen stießen auf eisiges Schweigen. Auch seine Einladung zu den Winterspielen blieb zunächst unbeantwortet.

Machthaber Kim zeigt sich milde

Erst in der Neujahrsansprache überraschte der Machthaber im Norden Kim Jong Un mit einer konzilianten Note. Er schlug vor, seine Sportler zu den Spielen im Süden zu entsenden: "Die Winterspiele in Südkorea werden ein gutes Ereignis für unser Land sein. Wir hoffen aufrichtig, dass die Olympischen Winterspiele ein Erfolg sein werden", sagte Kim. "Wir sind bereit, verschiedene Schritte zu unternehmen, einschließlich der Entsendung einer Delegation." Funktionäre der beiden Koreas sollten sich dringend treffen, um die Möglichkeiten auszuloten.

Der Süden reagierte umgehend mit dem Vorschlag, sich an der Grenze zu treffen, um Einzelheiten zu besprechen. Jede Seite war mit fünf Diplomaten vertreten.

Nordkorea hat nach Medienberichten außerdem eine vor knapp zwei Jahren abgeschaltete militärische Krisen-Telefonleitung zu Südkorea wieder geöffnet. In der vergangenen Woche hatten beide Länder bereits mehrere Telefon- und Faxleitungen im Grenzort Panmunjom wieder in Betrieb genommen. 

Auftakt einer Serien von Verhandlungen?

Ob und wann das heutige Treffen konkrete Ergebnisse zeigen wird, ist nicht absehbar. Minister Cho sagte bereits im Vorfeld: "Wir werden die Gespräche in einer ruhigen Art führen und nicht in Eile".

Auch Südkorea erklärte, das heutige Treffen zu einer Verbesserung der Beziehungen zwischen den verfeindeten Nachbarn nutzen zu wollen. Die heutigen Gespräche sollen der Auftakt einer Serie von Verhandlungen sein.

Gespräche zwischen Nord- und Südkorea
Frank Hollmann, Seoul
09.01.2018 09:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 09. Januar 2018 das ARD-Morgenmagazin um 05:37 Uhr, Deutschlandfunk um 08:22 Uhr sowie die tagesschau um 09:00 Uhr.

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