Eine Flagge von Nordkorea | Bildquelle: REUTERS

Reaktion auf UN-Sanktionen Nordkorea droht USA mit "größtem Schmerz"

Stand: 12.09.2017 17:30 Uhr

Nordkorea hat mit heftiger Kritik und neuen Drohungen auf die verschärften UN-Sanktionen nach seinem Atomtest reagiert. Asiatische Regierungen begrüßen dagegen den Beschluss. Südkorea sprach von einer "ernsten Warnung" an Pjöngjang.

Nordkorea hat die Verschärfung der UN-Sanktionen zurückgewiesen und den USA mit Vergeltung gedroht. Die Regierung in Washington sei besessen von dem Versuch, die nordkoreanische Entwicklung von Atomwaffen zu verhindern, sagte Nordkoreas Botschafter HanTae Song auf einer Abrüstungskonferenz in Genf. Die USA würden durch Maßnahmen Nordkoreas schon bald "den größten Schmerz" erfahren, den sie in ihrer Geschichte erlebt hätten.

Der UN-Botschafter Nordkoreas Han Tae Song | Bildquelle: REUTERS
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Nordkoreas UN-Botschafter Han Tae Song reagiert mit Drohungen auf die verschärften UN-Sanktionen.

Verbot für Textilausfuhren

Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat neue Strafmaßnahmen gegen das ohnehin abgeschottete Land verhängt: Der Import von Öl und Erdgas wird eingeschränkt, Textilausfuhren sogar ganz verboten. Damit reagierte die Weltgemeinschaft auf Nordkoreas jüngsten Atomwaffentest. Eine noch härtere Resolution hatten die USA in Verhandlungen mit China und Russland nicht durchsetzen können.

Südkorea: Sanktionen als "ernste Warnung"

Die südkoreanische Regierung begrüßte die neuen Sanktionen. Sie seien eine "ernste Warnung an Nordkorea, weil es durch seine rücksichtslosen Provokationen nur seine diplomatische Isolation und den wirtschaftlichen Druck" vergrößere. Die Resolution des höchsten UN-Gremiums demonstriere die Entschlossenheit der Staatengemeinschaft, Nordkoreas Entwicklung von Atomwaffen nicht zu tolerieren, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Seoul.

Japan begrüßt "starke Resolution"

Ähnlich äußerte sich die japanische Regierung. Ministerpräsident Shinzo Abe begrüßte, dass der Sicherheitsrat die "starke Resolution" einstimmig und schnell beschlossen habe. Dies zeige den Willen der internationalen Gemeinschaft, den Druck auf eine neue Ebene anzuheben, damit Nordkorea seine Politik ändere. 

UN-Sicherheitsrat verhängt neue Sanktionen gegen Nordkorea
tagesschau 20:00 Uhr, 12.09.2017, Markus Schmidt, ARD New York

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Auch UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich zufrieden. Die neuen Sanktionen seien eine starke Botschaft an Nordkorea, ließ er durch einen Sprecher mitteilen. Er wiederholte zudem sein Versprechen, mit allen Seiten des Konflikts zusammenzuarbeiten und die Kommunikationskanäle zu stärken.

China: Strafmaßnahmen allein lösen das Problem nicht

In China, dessen Regierung dem neuen Sanktionsbeschluss ebenfalls zugestimmt hatte, begrüßten die staatlichen Medien die UN-Beschlüsse. Sie warnten aber vor einer Endlosschleife, in der neue Atom- und Raketentests neue Sanktionen auslösen und umgekehrt. Strafmaßnahmen allein könnten das Problem nicht lösen, hieß es in einem Kommentar von Chinas amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua. Die Chancen, dass Nordkorea nach den jüngsten Sanktionen nachgebe, seien "tragisch niedrig", während die Aussichten auf neue Atomversuche und Raketenstarts "hoffnungslos hoch" seien.

Ägypten kappt offenbar militärische Kooperation

Ägypten hat Medienberichten zufolge seine militärische Zusammenarbeit mit Nordkorea beendet. Der ägyptische Verteidigungsminister Sidki Sobhi habe seinem südkoreanischen Kollegen Song Young Moo bei einem Besuch in Seoul versichert, dass alle militärischen Verbindungen nach Pjöngjang gekappt worden seien, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap. Eine offizielle Bestätigung der ägyptischen Regierung lag dafür aber zunächst nicht vor.

Mit Informationen von ARD-Korrespondent Axel Dorloff , ARD-Studio Peking

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 11. September 2017 um 00:37 Uhr und die tagesschau am 12. September 2017 um 04:42 Uhr.

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