Die Präsidenten Russlands und Chinas, Putin und Xi, beim BRICS-Gipfel | Bildquelle: AFP

Nach Nordkoreas Bombentest Atom-Verstrahlung ist Chinas "rote Linie"

Stand: 04.09.2017 07:38 Uhr

Russland und China grenzen beide an Nordkorea und sind Schlüsselstaaten, wenn es darum geht, Druck auf das Regime dort auszuüben. Auf den neuen Atomtest reagierten beide mit deutlicher Kritik, die Chinas Staatsmedien später aber wieder relativierten.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Das Ziel sei eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen. Das sagten Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin am Rande des Gipfels der BRICS-Staaten in der chinesischen Hafenstadt Xiamen. Sie forderten, angemessen mit dem Atomtest umzugehen. Alle Brics-Staaten verurteilten inzwischen Nordkoreas Atomtest aufs Schärfste.

Raketentests 100 Kilometer von chinesischer Grenze

Das chinesische Außenministerium rief Nordkorea dazu auf, solche Aktionen sofort einzustellen. Die Regierung in Pjöngjang hatte am Wochenende den erfolgreichen Test einer Wasserstoffbombe verkündet. Bei den Erschütterungen hatte Chinas Erdbebenzentrum Stärken von 6,3 und 4,3 auf der Richterskala gemessen.

Nordkorea führt seine Nukleartests nur etwa 100 Kilometer östlich der chinesischen Grenze durch. Bislang konnten Chinas Umweltbehörden keine auffällige radioaktive Strahlung in den Grenzprovinzen feststellen. Das Parteiblatt "Global Times" warnte aber eindringlich: Sollte Nordkorea die Provinzen im Nordosten Chinas atomar verstrahlen, sei eine "rote Linie" überschritten. Das würde die chinesisch-nordkoreanischen Beziehungen zusammenbrechen lassen.

90 Prozent des Handels laufen über China

Mehrere Kommentatoren der chinesischen Staatsmedien sprachen sich gegen schärfere Sanktionen für Nordkorea aus. Ein mögliches Öl-Embargo würde es noch schwieriger machen, Nordkorea von seinen Atom- und Raketentests abzuhalten.

Nach der letzten UN-Resolution von Anfang August ist es Nordkorea verboten, Kohle, Eisen, Blei und Meeresfrüchte nach China zu exportieren. Sollten die UN härtere Sanktionen beschließen, würde Peking eine wichtige Rolle spielen. 90 Prozent des Handels mit Nordkorea laufen über China. Die Volksrepublik ist für Nordkoreas mit Abstand der wichtigste Handelspartner.

Die neue atomare Provokation Nordkoreas erfolgte ausgerechnet zum Auftakt des Gipfeltreffens der fünf BRICS-Staaten. In der chinesischen Hafenstadt Xiamen treffen sich derzeit die Staats- und Regierungschefs aus China, Russland, Indien, Brasilien und Südafrika.

BRICS-Treffen: China und Russland verurteilen Nordkoreas Atomtest
Axel Dorloff, ARD Peking
04.09.2017 06:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die Tagesschau im ARD-Morgenmagazin am 04. September 2017 um 05:30 Uhr.

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