Nordkoreanische mobile Startrampen mit offenbar neuartigen Raketen bei der Militärparade | Bildquelle: AFP

Nordkorea testet erneut Rakete Die US-Regierung bleibt gelassen

Stand: 16.04.2017 13:35 Uhr

Mit einem neuen Raketentest wollte Nordkorea erneut provozieren. Doch zumindest bei der US-Regierung ging der Plan nicht auf: Sie reagierte ungewöhnlich gelassen. Südkorea verurteilte den Test und warf dem Nachbarn vor, die Welt zu bedrohen.

Die USA haben gelassen auf den erneuten Raketentest Nordkoreas reagiert. US-Präsident Donald Trump überließ es Verteidigungsminister John Mattis, sich dazu zu äußern. Trump und sein Militärteam hätten den erfolglosen Raketenstart zur Kenntnis genommen, erklärte Mattis. "Der Präsident hat dazu keinen weiteren Kommentar."

Die südkoreanische Regierung verurteilte den Test. Nordkorea habe damit erneut "die ganze Welt bedroht". Großbritannien äußerte sich "besorgt" über den Raketentest. Außenminister Boris Johnson forderte Nordkorea auf, sein Atomwaffenprogramm zu beenden.

Die Bundesregierung verurteilte den Test als Verstoß gegen das Völkerrecht. "Unabhängig davon, ob ein Test gelingt oder nicht, liegt hier ein klarer Bruch des Völkerrechts vor", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. "Wir verurteilen den Konfrontationskurs des Regimes in Pjöngjang im Namen der Bundesregierung und fordern Nordkorea zur Rückkehr zu internationalen Normen auf", fügte er hinzu.

Pence in Südkorea

Unterdessen ist Vizepräsident Mike Pence zum Auftakt einer zehntägigen Asienreise in Südkorea eingetroffen. Der Besuch erfolgt inmitten erheblicher Spannungen wegen des trotzigen Festhaltens Pjöngjangs an seinem Atom- und Raketenprogramm. Vor Trumps erstem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in diesem Monat hatte Nordkorea auch einen Raketentest durchgeführt, der ebenfalls scheiterte. Trump reagierte mit der Entsendung eines Flottenverbandes um den Superflugzeugtäger "USS Carl Vinson" in die Region, um militärische Stärke zu zeigen.

Militärparade zum Geburtstag

Am Samstag ließ der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un zum 105. Geburtstag seines verstorbenen Großvaters Kim Il Sung seinerseits militärische Macht demonstrieren. Bei der Militärparade zu Ehren des kommunistischen Staatsgründers ließ er Panzer und Raketen auffahren, darunter den Prototyp einer Interkontinentalrakete. Seine mutmaßliche Nummer zwei, Choe Ryong Hae, sagte in der offiziellen Ansprache zum Jahrestag, dass das Land einen totalen Krieg mit einem totalen Krieg kontern werde. Trump habe mit der Verlegung der Flugzeugträgergruppe "eine Kriegssituation" auf der koreanischen Halbinsel geschaffen.

Im vergangenen Jahr hatte Nordkorea eine Langstreckenrakete getestet und zwei Atomtests durchgeführt. Zudem wurde eine Reihe von Kurzstreckengeschossen abgefeuert. Es ist Nordkoreas Ziel, mit einer Langstreckenrakete die USA erreichen zu können. Experten schätzen, dass Pjöngjang ein kleines Lager an Atomwaffen sowie einen beeindruckenden Vorrat an Kurz- und Mittelstreckenraketen besitzt. Das Land hat bisher noch nicht gezeigt, dass es eine Atomwaffe produzieren kann, die klein genug ist, um sie als Sprengkopf auf eine Rakete zu setzen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. April 2017 um 15:35 Uhr.

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