Kim Jong Un | Bildquelle: dpa

Flugkörper explodiert Nordkorea testet erneut Rakete

Stand: 16.04.2017 01:32 Uhr

Mit einem neuen Raketentest hat Nordkoreas Machthaber Kim die USA herausgefordert. Trotz aller Warnungen startete sein Militär einen Flugkörper von der Ostküste des Landes. Nach Angaben aus den USA und Südkorea explodierte die Rakete aber kurz nach dem Start.

Nordkorea hat nach Angaben aus Südkorea und den USA erneut eine Rakete getestet, allerdings ohne Erfolg. Das US-Verteidigungsministerium erklärte, die Rakete sei unmittelbar nach dem Start explodiert. Das südkoreanische Militär berichtete, der Flugkörper sei in der Nähe von Sinpo an der Ostküste des Landes abgeschossen worden.

Offenbar keine Interkontinentalrakete

Welcher Raketentyp genau getestet wurde, ist unklar. Nach Angaben aus Washington handelt es sich jedoch höchstwahrscheinlich nicht um eine Interkontinentalrakete. US-Verteidigungsminister Jim Mattis erklärte, "der Präsident und sein Militärteam" hätten "Kenntnis von Nordkoreas jüngstem erfolglosen Raketentest". "Der Präsident hat keinen weiteren Kommentar", hieß es.

Am Samstag hatte Nordkorea den höchsten Feiertag des kommunistisch regierten Landes begangen, den 105. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung. Bei der Parade präsentierte das Militär offenbar neue Langstrecken- und U-Boot-gestützte Raketen. US-Experten zufolge zeigten Satellitenbilder bereits verdächtige Aktivitäten auf dem Testgelände Punggye Ri. Beobachter hatten aus diesem Anlass bereits mit einem Raketentest - möglicherweise sogar einem Atomwaffentest - gerechnet.

Spannungen nehmen zu

Zuletzt hatte der Konflikt mit dem kommunistisch regierten Land an Schärfe gewonnen. Nach mehreren Raketentests der Nordkoreaner hatte US-Präsident Donald Trump mehrfach mit einem Eingreifen gedroht, um eine Bewaffnung des Landes mit Atomraketen, die auch Japan erreichen könnten, zu verhindern. Als Demonstration der Stärke schickte Washington am vergangenen Wochenende einen Flottenverband mit dem Flugzeugträger "USS Carl Vinson" in die Gewässer nahe der Koreanischen Halbinsel.

Wegen der Spannungen kommt heute US-Vizepräsident Mike Pence in die südkoreanische Hauptstadt Seoul. Er will zunächst mit US-Soldaten, die in der Pufferzone zwischen Nord-und Südkorea stationiert sind, Ostern feiern. Am Montag stehen dann Gespräche mit der südkoreanischen Führung an. Auch mit der japanischen Regierung will der Politiker sprechen. Sowohl Japan als auch Südkorea werden unmittelbar von Nordkorea bedroht und dürften vor militärischen Aktionen der USA warnen, die einen Flächenbrand in der Region auslösen könnten.

Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 16. April 2017 um 04:43 Uhr.

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