Südkoreaner verfolgt TV-Bericht über nordkoreanischen Raketentest | Bildquelle: AFP

Nordkorea Und wieder ein Raketentest

Stand: 12.02.2017 03:59 Uhr

Schon im vergangenen Jahr hatte Nordkorea mit zahlreichen Atomwaffen- und Raketentest provoziert - diese Politik scheint dieses Jahr weiterzugehen: Offenbar testete das Land wieder eine Rakete. Südkorea sprach von einer Provokation an die Adresse der neuen US-Regierung.

Nordkorea hat nach Angaben der Regierung in Seoul erneut eine ballistische Rakete getestet. Das Geschoss sei von einem Stützpunkt im Westen des Landes in Richtung Japanisches Meer abgefeuert worden und 500 Kilometer weit geflogen, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit. Der Raketentest sei offenbar eine "Provokation, mit der die Reaktion der neuen US-Regierung" getestet werden solle.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte einen US-Regierungsvertreter mit den Worten, Präsident Donald Trump habe eine entsprechende Provokation nach seinem Amtsantritt erwartet. Daher sei derTest keine Überraschung gewesen. Die US-Führung wäge nun die Optionen ab. Unter anderem wolle man China dazu drängen, seinen Einfluss stärker geltend zu machen, um Nordkorea Einhalt zu gebieten.

Das südkoreanische Militär erklärte, man untersuche, ob es sich um eine Mittelstreckenrakete der Art Musudan handele. Diese Geschosse sollen eine Reichweite von 3000 Kilometern haben. Südkoreas Regierungschef und amtierender Präsident Hwang Kyo Ahn kündigte Strafmaßnahmen gegen den Norden an. Dieser äußerte sich noch nicht zu den Vorwürfen.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe verurteilte den Test scharf. Dieser sei nicht zu tolerieren, erklärte er bei einem gemeinsamen Auftritt mit Trump. Abe forderte Nordkorea auf, sich an die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates zu halten. Trump erklärte während der kurzen Stellungnahme, dass die USA zu "100 Prozent" hinter dem Verbündeten Japan stünden.

Viele Provokationen

Nordkorea hatte im vergangenen Jahr mit zwei Atomwaffentests und einer Reihe von Raketentests die Weltgemeinschaft provoziert. Pjöngjang verstieß damit gegen ein Verbot des UN-Sicherheitsrats. Südkorea vermutet, dass Nordkorea mit den Raketentests die Entwicklung ballistischer Interkontinentalraketen vorantreiben will, die mit Atomsprengköpfen bestückt die USA erreichen könnten.

In seiner Neujahrsansprache hatte Machthaber Kim Jong Un verkündet, sein Land stehe kurz vor dem Test einer Interkontinentalrakete, die auch Teile der USA erreichen könnte.

Trump erklärte kurz nach Kims Ankündigung, er glaube nicht daran, dass nordkoreanische Raketen jemals die USA erreichen könnten. Der neue US-Verteidigungsminister James Mattis erklärte Anfang Februar bei einem Besuch in Seoul, jeder Einsatz von Atomwaffen durch Nordkorea würde eine "wirksame und überwältigende" Antwort der USA nach sich ziehen.

Experten sind aber uneins darüber, wie nah Nordkorea an der Verwirklichung seiner atomaren Ziele ist - vor allem, weil es bislang nie erfolgreich eine Interkontinentalrakete testete. Laut US-Angaben ist das Land inzwischen in der Lage, Mittelstreckenraketen mit atomaren Sprengköpfen zu bestücken und abzufeuern.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. Februar 2017 um 09:00 Uhr.

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