Kim Jong Un | Bildquelle: AP

Nordkoreas Rüstungsprogramm Kim will mehr Raketen bauen

Stand: 23.08.2017 10:00 Uhr

US-Präsident Trump sagt, Nordkorea beginne, die USA zu akzeptieren. Sein Außenminister Tillerson lobt, dass Nordkorea "ein gewisses Maß an Zurückhaltung" übe. Aber all den Einschätzungen zum Trotz will Machthaber Kim nun offenbar doch mehr Raketen bauen.

Die nordkoreanische Führung will ihre Raketenproduktion offenbar ausweiten. Machthaber Kim Jong Un habe angeordnet, mehr Raketentriebwerke und Sprengköpfe für Interkontinentalraketen herzustellen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Fotos in nordkoreanischen Medien zeigten Kim bei einem Besuch in einem staatlichen Forschungsinstitut für Rüstung. Auf den Bildern waren nach Einschätzung von US-Experten auch neu entwickelte Raketentechnik und künftige Projekte zu sehen, darunter Pläne für eine Interkontinentalrakete, die mit einem Atomsprengkopf bestückt werden könnte.

Spannungen zwischenzeitlich verschärft

US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea jüngst mit einem Militäreinsatz gedroht. Pjöngjang legte seinerseits Pläne für einen Raketenangriff auf Ziele nahe der Pazifikinsel Guam vor, auf der die USA einen Luftwaffenstützpunkt unterhalten. Zuletzt rückte das abgeschottete Land davon aber wieder ab.

Trump sagte nun bei einer Kundgebung in Phoenix, Nordkoreas Machthaber Kim beginne "uns zu respektieren". Er verteidigte seine aggressive Rhetorik gegenüber Nordkorea. US-Außenminister Rex Tillerson sagte noch gestern, er sei froh, dass Nordkorea in jüngster Zeit "ein gewisses Maß an Zurückhaltung" geübt habe.

Start einer nordkoreanischen Interkontinentalrakete | Bildquelle: dpa
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Start einer nordkoreanischen Interkontinentalrakete. Nach Einschätzung von Experten könnte das Regime mit den Waffen das US-Festland erreichen.

China kauft deutlich weniger Produkte

Nordkorea treibt jedoch sein Raketen- und Atomwaffenprogramm trotz internationaler Sanktionen seit Jahren voran. Im Juli testete das abgeschottete Land zwei Interkontinentalraketen, die nach Einschätzung von Experten das US-Festland erreichen könnten. Der UN-Sicherheitsrat beschloss daraufhin schärfere Sanktionen gegen das Land, die vor allem auf den Handel mit Kohle, Eisen, Eisenerz, Blei und Fisch abzielen.

Diese Sanktionen scheinen auch zu greifen - vor allem, weil sich China daran beteiligt. Das Land kauft deutlich weniger Produkte aus Nordkorea. Von Januar bis Juli führte die Volksrepublik nach Angaben vom Mittwoch Produkte im Volumen von gut einer Milliarde Dollar aus Nordkorea ein, das sind 16,3 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Zugleich importierte Nordkorea Waren im Wert von zwei Milliarden Dollar aus China, der gesamte Handel lag damit um 10,2 Prozent über dem Vorjahreswert.

China hatte im Februar die Einfuhr von Kohle aus Nordkorea gestoppt. Das erschwert es der Regierung in Pjöngjang, Devisen zu beschaffen.

Über dieses Thema berichtete am 23. August 2017 Deutschlandfunk um 11:00 Uhr in den Nachrichten und TS24 11:00 in den Kurznachrichten.

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