Die von der Regierung Nordkoreas verbreitete Aufnahme soll den Start der ballistischen Mittelstreckenrakete des Typs "Hwasong-12" zeigen. | Bildquelle: dpa

Reaktion auf Raketentest Selbst China wendet sich von Nordkorea ab

Stand: 30.08.2017 11:07 Uhr

Nordkorea treibt sich mit seinen wiederholten Raketentests immer weiter in die politische Isolation. Nun weichen auch Russland und China von ihrer diplomatischen Zurückhaltung ab und senden klare Appelle nach Pjöngjang. Doch Nordkoreas Tonlage wird keinesfalls milder.

Die Kritik wird immer schärfer, die Sanktionen immer strikter und trotzdem: Nordkorea setzt weiter auf militärische Drohgebärden. Gestern hatte das Land erneut eine ballistische Mittelstreckenrakete abgefeuert, die über Japan hinweg flog und in den Pazifik stürzte. Die wütenden Reaktionen der altbekannten Kritiker Pjöngjangs, wie der USA und Japan, folgten erwartungsgemäß prompt - doch nun rücken auch Nordkoreas letzte verbliebene Partner immer stärker von ihrer neutralen Position ab.

China kündigt "notwendige Antwort" an

Besonders sorgenvoll dürfte das nordkoreanische Regime unter Machthaber Kim Jong Un dabei auf China blicken. Die Volksrepublik hielt sich bislang nicht nur diplomatisch eher zurück, sie ist auch Nordkoreas wichtigster Handelspartner. Rund 90 Prozent des Außenhandels betreibt Nordkorea mit dem Nachbarstaat.

Doch nun sehe sich auch China "ungeachtet der langjährigen Beziehungen zum Handeln gezwungen", sagte Außenminister Wang Yi und kündigte eine "notwendige Antwort" auf den jüngsten Raketentest an. Gleichzeitig rief er Nordkorea auf, die durch die Vereinten Nationen verhängten Sanktionen vollständig einzuhalten.

Bereits jetzt muss Pjöngjang finanzielle Einbußen in Milliardenhöhe in Kauf nehmen, da die UN als Sanktion den Export von Kohle, Eisen, Blei und Meeresfrüchten nach China verboten haben.

Russlands Rückhalt bröckelt

Neben China war es bislang auch Russland, das sich mit scharfen Verurteilungen der nordkoreanischen Atom- und Raketenpolitik eher zurückhielt. Im April hatte das russische Veto im UN-Sicherheitsrat zunächst eine Erklärung des Gremiums gegen die Raketentests verhindert. Drei Monate später inszenierten sich China und Russland gemeinsam als mögliche Vermittler im Dauerkonflikt der UN mit Nordkorea.

Udo Lielischkies, ARD Moskau, über die Reaktion Russlands
tagesschau 24 11:00 Uhr, 30.08.2017

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Doch nun fallen auch in Moskau die Worte "ernsthafte Bedrohung": Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja sieht durch die Raketenabschüsse die Schifffahrt und den Luftverkehr in der Pazifikregion gefährdet. Zudem stellten die Raketentests eine Bedrohung für Zivilisten in Japan dar, so Nebensja.

UN verurteilen Test als "empörend"

Der UN-Sicherheitsrat ging in seiner Dringlichkeitssitzung in New York sogar noch einen Schritt weiter und sprach nicht nur von einer Bedrohung für die Region, sondern für alle UN-Mitgliedsstaaten. Alle 15 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums verurteilten den erneuten Raketentest als "empörend", der er "absichtlich regionalen Frieden und Stabilität" unterminiere und "weltweit große Sicherheitsbedenken ausgelöst hat".

UN-Sicherheitsrat verurteilt Nordkoreas erneuten Raketentest
tagesschau 11:00 Uhr, 30.08.2017, Steffi Clodius, ARD-aktuell

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Von weiteren Sanktionen gegen Nordkorea sprach der Sicherheitsrat jedoch nicht. Das Gremium wolle eine friedliche, diplomatische und politische Lösung für den Konflikt mit Nordkorea finden.

Auch China und Russland warnten eindringlich vor einer militärischen Lösung des Konflikts. Peking forderte alle Beteiligten des Konflikts auf, von weiteren Provokationen abzusehen.

Kim beharrt auf Aufrüstungskurs

Appelle, die sich außer an Nordkorea vor allem an die USA richten. US-Präsident Donald Trump hatte bereits mehrfach mit militärischen Schritten gedroht und auch diesmal wiederholte der Republikaner, dass im Umgang mit Nordkorea "alle Optionen auf dem Tisch" lägen.

Doch trotz seiner zunehmenden Isolation schlägt Nordkorea keinesfalls mildere Töne an. Ganz im Gegenteil bestätigte Kim Jong Un, dass der Test ein "bedeutender Auftakt" gewesen sei, um das US-Außengebiet Guam in die Schranken zu weisen. Und er kündigte sogar weitere Übungen an.

Es war das erste Mal, dass das Regime in Pjöngjang ein solches Vorgehen einräumte. Als Raketen in den Jahren 1998 und 2007 über Japan hinwegflogen, hatte Nordkorea diese als Teil eines Raumfahrtprogramms bezeichnet. In der nun von KCNA veröffentlichten Erklärung hieß es, der 29. August sei bewusst gewählt worden, um an den 107. Jahrestag des japanisch-koreanischen Abkommens von 1910 zu erinnern, auf dessen Grundlage Japan die koreanische Halbinsel kolonisierte.

UN-Sicherheitsrat verurteilt Nordkorea
Udo Schmidt, ARD New York
30.08.2017 13:52 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 30. August 2017 tagesschau24 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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