In Tokio laufen Passanten an einem Bildschirm vorbei, der Kim Jong Un zeigt. | Bildquelle: REUTERS

Trotz neuer Sanktionen Nordkorea schießt weitere Rakete ab

Stand: 15.09.2017 05:04 Uhr

Nordkorea hat südkoreanischen und japanischen Angaben zufolge erneut eine Rakete über Japan abgefeuert. Laut den USA handelte es sich um eine Mittelstreckenrakete. Der UN-Sicherheitsrat will sich noch heute mit dem Vorfall befassen.

Nordkorea hat südkoreanischen Angaben zufolge ein zunächst nicht weiter zu identifizierendes Geschoss aus seiner Hauptstadt Pjöngjang über Japan hinweg abgefeuert. Der Abschuss sei vom internationalen Flughafen Sunan erfolgt, gab der südkoreanische Stabschef bekannt.

Im vergangenen Monat hatte die nordkoreanische Regierung den Flughafen schon einmal genutzt, um eine Rakete vom Typ Hwasong-12 über den Norden Japans hinweg zu schießen.

Nordkorea testet Mittelstreckenrakete
tagesschau 20:00 Uhr, 15.09.2017, Melanie Buth, NDR

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Japan: Rakete flog über Insel Hokkaido

Die japanische Regierung teilte mit, die Rakete habe die Insel Hokkaido in Richtung Pazifik überflogen. Anschließend sei sie rund 2000 Kilometer östlich von Hokkaido niedergegangen. In mehreren Regionen der nördlichen Insel sei das Raketenwarnsystem ausgelöst worden.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und US-Verteidigungsminister James Mattis bezeichneten den Start jeweils als rücksichtslos. Auf die Frage nach einer möglichen militärischen Reaktion der Amerikaner, sagte Mattis, darüber wolle er noch nicht sprechen. Präsident Donald Trump sei über das Geschehen informiert worden. US-Außenminister Rex Tillerson verurteilte die anhaltenden Provokationen aus Nordkorea. Sie trügen nur weiter zur diplomatischen und wirtschaftlichen Isolation des Landes bei.

UN-Dringlichkeitssitzung

Der UN-Sicherheitsrat wird sich noch heute mit dem jüngsten Raketentest Nordkoreas befassen, teilte die äthiopische Vertretung bei den UN mit, die diesen Monat den Vorsitz im Sicherheitsrat hat. Diplomatenangaben zufolge soll die Sitzung hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats ordnete der Präsident Südkoreas, Moon Jae In, "ernste" militärische und diplomatische Maßnahmen an, um Nordkorea von weiteren Provokationen abzuhalten. Ein Präsidentensprecher erklärte, Moon habe das Militär zudem aufgerufen, sich besser auf mögliche Angriffe Pjöngjangs mit biologischen und chemischen Waffen vorzubereiten.

Laut US-Pazifikkommando Mittelstreckenrakete

Das US-Pazifikkommando teilte mit, bei dem Geschoss habe es sich ersten Einschätzungen zufolge um eine ballistische Mittelstreckenrakete gehandelt. Diese habe nach Angaben des Nordamerikanischen Raketenabwehrkommandos keine Gefahr für die Vereinigten Staaten oder die US-Stützpunkte auf der Pazifikinsel Guam bedeutet.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte den Test im vergangenen Monat als einen "bedeutenden Auftakt" bezeichnet, um Guam in Schach zu halten.

Nach dem Raketentest Ende August hatte Nordkorea am 3. September nach eigenen Angaben zudem einen Test mit einer Wasserstoffbombe vorgenommen. Am Montag hatte der UN-Sicherheitsrat neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen.

Nordkorea feuert erneut Rakete ab
Jürgen Hanefeld, ARD Tokio
15.09.2017 06:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 15. September 2017 die tagesschau um 04:55 Uhr und NDR Info um 07:45 Uhr.

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