Nordkorea testet eine Rakete (Archiv) | Bildquelle: AFP

Vor Treffen Trump-Xi Und wieder will Nordkorea provozieren

Stand: 05.04.2017 10:46 Uhr

US-Präsident Trump sieht Nordkorea als Gefahr und will wenn nötig auch im Alleingang gegen das Atomprogramm Pjöngjangs vorgehen. Einen Tag vor Trumps Treffen mit Chinas Staatschef Xi, bei dem es auch um Nordkorea gehen soll, testete das Land offenbar erneut eine Rakete.

Nordkorea hat nach Angaben aus Südkorea und den USA erneut eine ballistische Rakete abgeschossen. Ein Geschoss sei am Mittwoch von der Ostküste Nordkoreas in Richtung offenes Meer abgefeuert worden, erklärte das südkoreanische Verteidigungsministerium. Es könnte sich demnach um eine ballistische Rakete gehandelt haben. Das Geschoss sei etwa 60 Kilometer weit in Richtung Japans geflogen.

Das US-Pazifikkommando bestätigte den Test. Die Rakete landete demnach im Japanischen Meer. Nach den Angaben ist es vermutlich eine Mittelstreckenrakete vom Typ KN-15 gewesen, die keine Bedrohung für Nordamerika dargestellt habe. Das Kommando arbeite eng mit seinen Verbündeten Südkorea und Japan zusammen, um Sicherheit zu gewährleisten. Zurzeit halten südkoreanische und US-Truppen gemeinsame Übungen ab. Die Militärtrainings erfolgen auf jährlicher Basis und werden von Nordkorea als Invasion wahrgenommen.

US-Außenminister Rex Tillerson bestätigte, dass Nordkorea "noch eine" Rakete abgeschossen habe. "Die USA haben genug über Nordkorea gesprochen", fügte er in seiner Erklärung hinzu. "Wir geben keinen weiteren Kommentar ab." Tillerson hatte kürzlich die Region besucht und dabei deutlich gemacht, dass die Geduld der USA am Ende ist. Wenn die Bedrohung durch Nordkorea weiter wachse, sei auch ein militärisches Eingreifen seines Landes eine "Option", sagte er während eines Besuchs in Südkorea.

Rüge aus Japan

Die japanische Regierung verurteilte den Raketenabschuss als Verstoß gegen UN-Resolutionen. "Japan toleriert Nordkoreas fortgesetzte provokative Taten niemals", erklärte Regierungssprecher Yoshihide Suga in Tokio.

China rief hingegen zur Deeskalation auf und appellierte an die beteiligten Staaten, "nichts zu unternehmen, um die gegenwärtige intensive Situation zu verschärfen". Das Außenministerium in Peking versicherte, China wolle mit daran arbeiten, eine Denuklearisierung zu erreichen, um Frieden und Ordnung zu sichern.

Bereits Anfang März hatte Nordkorea vor seiner Ostküste vier Raketen in Richtung Japan ins Meer geschossen. Das kommunistische Land provoziert die internationale Gemeinschaft zunehmend mit seinem Atom- und Raketenprogramm. Im vergangenen Jahr unternahm Nordkorea zwei Atomwaffentests und eine Reihe von Raketentests und verstieß damit gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Trump trifft Xi

Der Raketenabschuss geschah nur einen Tag vor dem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping in Florida, bei dem auch über ein gemeinsames Vorgehen der beiden Staaten gegen Nordkorea gesprochen werden soll. Das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas sei für Trump und die US-Regierung eine Angelegenheit von hoher Dringlichkeit, man wolle gerne gemeinsam mit China daran arbeiten, hieß es.

Trump hatte kürzlich mit einem Alleingang der USA im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm gedroht. Wenn Peking das Problem nicht löse, "werden wir es tun", sagte Trump in einem Zeitungsinterview. Als Reaktion darauf drohte Pjöngjang mit "Gegenmaßnahmen".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. April 2017 um 06:00 Uhr.

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