Mann vor Monitor mit Grafik | Bildquelle: AP

1000 Kilometer Reichweite Nordkorea feuert Raketen ab

Stand: 06.03.2017 02:11 Uhr

Nordkorea hat Raketen mit einer Reichweite von 1000 Kilometern getestet. Das berichtete das südkoreanische Militär. Die Tests seien eine Reaktion auf die gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkorea.

Nordkorea hat nach übereinstimmenden südkoreanischen und japanischen Angaben mehrere Raketen vor die südkoreanische Ostküste geschossen. Das südkoreanische Militär teilte mit, diese seien rund 1000 Kilometer weit geflogen und in das Japanischen Meer gestürzt. Die Geschosse seien in der Gegend um Tongchang-ri in Nordkorea gestartet worden, sagte der Generalstabschef Südkoreas in einer Mitteilung. Dort befindet sich der Raketenstartplatz Sohae.

Nach Angaben Japans seien vier ballistische Raketen abgefeuert worden. Drei der Raketen seien in die 200-Meilen-Zone vor der japanischen Küste ins Meer gestürzt, teilte Ministerpräsident Shinzo Abe vor Journalisten in Tokio mit. Ein Sprecher der japanischen Regierung sagte, der Raketentest sei eine ernsthafte Bedrohung der japanischen Sicherheit. Japan könne die Provokationen Nordkoreas nicht tolerieren.

Shinzo Abe  spricht mit Journalisten | Bildquelle: AFP
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Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sagte, die Raketentests seien eine klare Verletzung der UN-Resolutionen. "Das ist eine extrem gefährliche Tat."

Nordkorea hatte mit Vergeltung gedroht

Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Herbert Raymond McMaster und der Regierungsvertreter Südkoreas, Kim Kwan Jin, verurteilten den Raketenabschuss in einem gemeinsamen Telefongespräch. Nach Angaben des südkoreanischen Präsidentenbüros verständigten sich beide auf eine engere Zusammenarbeit, um härtere Sanktionen gegen Nordkorea zu verhängen.

In der vorangegangenen Woche hatten Südkorea und die USA mit ihrem jährlichen gemeinsamen Militärmanöver begonnen. Nordkorea sieht in diesen Übungen eine Vorbereitung auf einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel und drohte mit "starken Vergeltungsmaßnahmen". Experten sagen, die Manöver fordern das Land mit eigentlich verarmten militärischen Möglichkeiten dazu auf, selbst mit teuren Manövern zu antworten.

Bereits Mitte Februar hatte Pjöngjang einen ballistischen Raketentest durchgeführt, der international verurteilt wurde. Der UN-Sicherheitsrat rief seine Mitglieder auf, die Sanktionen gegen Nordkorea wirksamer durchzusetzen.

Nordkorea schießt erneut Raketen ins Meer
J. Hanefeld, ARD Tokio
06.03.2017 06:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. März 2017 um 04:50 Uhr.

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