Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un | Bildquelle: REUTERS

Nordkorea Pjöngjang testet erneut Rakete

Stand: 21.05.2017 13:24 Uhr

Nordkorea hat wieder eine Mittelstreckenrakete getestet. Sowohl Südkorea als auch die USA bestätigten, dass aus der Nähe der Hauptstadt Pjöngjang ein Geschoss abgefeuert worden sei. Das Geschoss sei 500 Kilometer weit geflogen.

Nordkorea hat wieder eine Mittelstreckenrakete getestet. Sowohl Südkorea als auch die USA bestätigten, dass aus der Nähe der Hauptstadt Pjöngjang ein Geschoss abgefeuert wurde. Der Generalstab in Seoul erklärte, der genaue Typ des abgefeuerten Geschosses sei noch unklar. Die Rakete sei aus der Umgebung von Pukchang rund 500 Kilometer nach Osten geflogen.

Aus dem Weißen Haus hieß es, es habe sich um eine Rakete mit geringerer Reichweite gehandelt als jene, die bei den jüngsten Tests verwendet wurde. Ein vergleichbares System sei letztmals im Februar getestet worden.

Die Bundesregierung verurteilte den neuerlichen Raketentest auf das Schärfste. Nordkorea müsse "aufhören, die internationale Ordnung durch sein verantwortungsloses Verhalten herauszufordern", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin.

Experten warnen vor großen Reichweiten

Vor wenigen Tagen hatte sich Nordkorea gebrüstet, vor einer Woche eine "neu entwickelte ballistische Mittel-/Langstrecken-Rakete" vom Typ Hwasong-12 getestet zu haben. Ausländischen Experten zufolge war es die Rakete mit der längsten Reichweite, die das abgeschottete Land jemals getestet hat. Eines Tages könne Nordkorea dazu in der Lage sein, mit seinen Raketen die US-Staaten Alaska oder Hawaii zu erreichen.

In einer Erklärung des südkoreanischen Generalstabs hieß es: "Unser Militär beobachtet das nordkoreanische Militär genau auf jegliche weitere Provokation und bleibt in Bereitschaft, um zu reagieren." Präsident Moon Jae In berief in seinem Amtssitz in Seoul den Nationalen Sicherheitsrat ein, um über den Raketentest zu beraten, wie sein Büro mitteilte.

Fünf Atomwaffentests seit 2006

Unter Machthaber Kim Jong Un trieb Nordkorea sein Raketenprogramm aggressiv voran. Seit 2006 nahm das Land nach eigenen Angaben darüber hinaus fünf Atomwaffentests vor, davon zwei im vergangenen Jahr. Mit jedem Raketen- und Atomwaffentest missachtet die Regierung in Pjöngjang Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Das Gremium verurteilt die Tests regelmäßig.

Die USA riefen deshalb zu härteren Sanktionen auf. Washington fürchtet, dass ein ungebremstes Nordkorea bald in der Lage sein könnte, einen Atomsprengkopf auf eine Interkontinentalrakete zu platzieren, die auch das US-Festland erreichen könnte. US-Präsident Donald Trump schloss einen Militärschlag gegen Nordkorea nicht aus und entsandte einen Flugzeugträger in die Region. Am Freitag warnte dagegen US-Verteidigungsminister James Mattis, eine militärische Lösung in Nordkorea wäre "in einem unglaublichen Ausmaß tragisch".

Für den neuen südkoreanischen Präsidenten Moon sind die jüngsten Tests eine schwierige Bewährungsprobe. Er hatte bei seinem Amtsantritt am 10. Mai eigentlich erklärt, er wolle den Dialog mit Nordkorea suchen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Mai 2017 um 12:00 Uhr

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