Mike Pompeo | Bildquelle: AFP

Pompeo in Pjöngjang Nordkorea lässt drei US-Bürger frei

Stand: 09.05.2018 15:18 Uhr

US-Außenminister Pompeo hat erneut Nordkorea besucht - zurück kommt er offenbar mit drei frei gelassenen US-Bürgern. Es ist ein weiteres Zeichen der Entspannung vor dem Gipfel zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim.

Vor dem geplanten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un sind drei in dem ostasiatischen Land inhaftierte US-Bürger freigelassen worden. Trump teilte mit, dass sich die drei Männer zusammen mit US-Außenminister Mike Pompeo auf dem Rückflug aus Nordkorea befänden.

Ein bis drei Jahre lang hatte die Regierung in Pjöngjang die US-Bürger gefangen gehalten. Einer von ihnen, ein Pastor, war 2016 sogar zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Nordkorea hatte die Männer der Spionage verdächtigt.

Kim Jong Un und Mike Pompeo auf einem vom Weißen Haus veröffentlichten, undatierten Bild. | Bildquelle: AFP
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US-Außenminister Mike Pompeo und Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un auf einem undatierten Bild, das das Weiße Haus im April veröffentlichte.

Freigelassene "bei guter Gesundheit"

Pompeo war zur Vorbereitung des Gipfels bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen in das Land gereist. Dabei sollte der inzwischen zum Außenminister beförderte Pompeo alle notwendigen Fragen klären, die dem geplanten Gipfeltreffen noch im Wege stehen.

Die drei jetzt Freigelassenen "scheinen bei guter Gesundheit zu sein", schrieb Trump. Er berichtete zugleich von einem "guten Treffen" zwischen Pompeo und Kim. Der Ort und Termin des Gipfels seien dabei festgelegt worden. Nähere Angaben dazu machte er aber nicht.

Die USA seien entschlossen, mit Nordkorea zusammenzuarbeiten, um Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu erreichen, hatte Pompeo bei seiner Ankunft in Pjöngjang gesagt. Er unterstrich jedoch, dass die Sanktionen gegen das Land erst nach einer völligen nuklearen Abrüstung gelockert würden: Die USA wollten Fehler der Vergangenheit in diesem Punkt nicht wiederholen.

Kim hatte vor kurzem bei einem historischen Treffen mit Südkoreas Präsident Moon Jae In in Aussicht gestellt, sein Atomwaffenprogramm zu beenden. US-Präsident Trump sieht das Einlenken Nordkoreas als sein Verdienst an - der Direktor der nordkoreanischen Behörde für interkoreanische Beziehungen, Kim Yong Chol, erklärte hingegen während eines Mittagessens mit Pompeo, die nordkoreanische Politik sei kein Ergebnis der Sanktionen gegen das Land.

Japan, China und Südkorea wollen kooperieren

Die Aussicht auf eine Lösung des Atomstreits mit Nordkorea bringt auch drei Anrainerstaaten wieder näher zusammen, deren Beziehungen zuletzt stark angespannt waren: Erstmals seit etwa zweieinhalb Jahren trafen sich die Spitzen Japans, Südkoreas und Chinas in Tokio. Der chinesische Premier Li Kequiang, der südkoreanische Präsident Moon und Japans Regierungschef Shinzo Abe vereinbarten, zur Lösung des Atomstreits zu kooperieren. Wie die Zusammenarbeit konkret aussehen soll, drang jedoch nicht an die Öffentlichkeit.

Moon erklärte im Anschluss an das Treffen, eine Denuklearisierung Nordkoreas sei dafür notwendig. Zudem sei man sich einig, dass die Resolutionen der Vereinten Nationen umgesetzt werden müssten. Li begrüßte den diplomatischen Weg Washingtons und Pjöngjangs und versicherte, China werde alles tun, um eine atomare Abrüstung Nordkoreas zu ermöglichen. Beide Nationen plädierten zudem für eine wirtschaftliche Unterstützung Nordkoreas durch die internationale Gemeinschaft, falls eine Abrüstung gelingt. Sie brachten auch Eisenbahnprojekte ins Gespräch, die China und Südkorea mit einer Strecke durch Nordkorea verbinden könnten.

Japans Regierungschef Abe forderte zudem, es müsse eine Lösung für japanische Staatsbürger in nordkoreanischer Gefangenschaft geben. Noch vor wenigen Wochen hatte der rechtskonservative Premier das Versprechen Nordkoreas zu einer kompletten Denuklearisierung sehr zurückhaltend aufgenommen. Nun kündigte er an, sich nun auch sehr gern mit Kim Jong Un treffen zu wollen.

Mit Informationen von ARD-Korrespondentin Kathrin Erdmann.

Pompeo in Nordkorea und Dreiergipfel Japan
Kathrin Erdmann, ARD Tokio
09.05.2018 10:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Mai 2018 um 17:00 Uhr.

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