Militärparade in Pjöngjang | Bildquelle: AFP

Militärparade in Nordkorea Laute Drohungen, schweigende Waffen

Stand: 15.04.2017 13:03 Uhr

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat in Pjöngjang sein Militär aufmarschieren lassen. Anlass sind die Feierlichkeiten zum 105. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung. Aber trotz vieler martialischer Parolen fand bislang kein weiterer Atomwaffentest statt.

Von Jürgen Hanefeld, ARD-Studio Tokio

Scheinbar endlos war die Parade von Soldaten im Stechschritt und Militärgerät, die sich über viele Stunden unter den Augen des Machthabers Kim Jong Un hinzog. Wie in früheren Jahren diente der Aufmarsch vor allem dazu, die eigene Bevölkerung, aber auch das Ausland von der Stärke und Wehrhaftigkeit Nordkoreas zu überzeugen. Unter den Schaustücken befanden sich eine neue Interkontinentalrakete sowie Prototypen von Lenkraketen, die sich von U-Booten aus abfeuern lassen.

Eine mobile Abschussrampe für eine Boden-Boden-Rakete | Bildquelle: REUTERS
galerie

Eine mobile Abschussrampe für eine Boden-Boden-Rakete

Nordkoreanische Soldatinnen marschieren durch Pjöngjang | Bildquelle: AFP
galerie

Kim Jung Un wird es gefreut haben - Soldatinnen marschieren in Formation.

"Wenn die Vereinigten Staaten uns rücksichtslos provozieren, wird unsere revolutionäre Kraft sofort mit einem vernichtenden Schlag reagieren", erklärte Choe Ryong-hae, die Nummer zwei im Staat, zu Beginn der Parade. "Wir werden auf einen vollständigen Krieg mit einem vollständigen Krieg antworten und auf einen Atomkrieg mit unserer Art von Atomkrieg."

Nordkorea lässt Militär zu großer Parade aufmarschieren
tagesschau 17:50 Uhr, 15.04.2017, Philipp Abresch, ARD Singapur

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

US-Marineverband hat nicht weiter "provoziert"

Auch wenn die Parolen martialisch klangen, geschehen ist nichts Unerwartetes. Der von den USA entsandte Marineverband unter Führung eines Flugzeugträgers hat bisher offenbar nichts unternommen, was Nordkorea als Provokation verstehen könnte. Pjöngjangs Muskelspiele stehen unter dem Vorbehalt, sich wehren zu müssen.

"Die Trump-Administration, die am 6. April einen überraschenden Raketenangriff gegen Syrien geführt hat, hat den Weg offener Drohungen und Erpressung eingeschlagen", hieß es am Freitag im Staatsfernsehen. "Sollten die USA Nordkorea angreifen, müssten sie und ihre Vasallen mit der härtesten Gegenwehr rechnen, die so gnadenlos sein wird, dass die Aggressoren nicht überleben werden."

Sind die Mahnungen nachhaltig?

Dazu ist es nicht gekommen. Vieles spricht dafür, dass der Druck Chinas, aber auch Russlands, die Führung in Pjöngjang von möglichen Eskalationsplänen abgehalten hat. Beobachter hatten befürchtet, Kim Jong Un könnte den 105. Geburtstag seines verstorbenen Großvaters nutzen, um einen weiteren Atom- oder Raketentest zu unternehmen - wie nachhaltig diese Mahnungen zur Zurückhaltung wirken, wird man in zehn Tagen sehen, wenn der nächste hohe Feiertag im nordkoreanischen Kalender steht: der 85. Gründungstag der Volksarmee.

Dem Regime geht es aber nicht allein um die Demonstration unbedingter Verteidigungsbereitschaft, sondern auch um wirtschaftliche Erfolge. Am Donnerstag erklärte Premierminister Pak Pong Ju bei der Einweihung einer neuen Wohnstraße in der Hauptstadt, der Bau der Ryomyong-Straße sei ein "großartiges Ereignis, welches die Einheit von Partei und Volk und das Entwicklungspotential des sozialistischen Korea demonstriert". Dies sei beeindruckender als die Explosion Hunderter Atombomben über den "Köpfen der Feinde".

Wir schlagen zurück - Nordkorea droht den USA mit Atomkrieg
J. Hanefeld, ARD Tokio
15.04.2017 12:24 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. April 2017 um 13:00 Uhr.

Darstellung: