Kim Jong Nam (Archivfoto 2001)           | Bildquelle: AP

Mutmaßlicher Giftmord Dritte Festnahme nach Tod von Kims Halbbruder

Stand: 16.02.2017 11:35 Uhr

Nach dem mutmaßlichen Giftmord am Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Polizei in Malaysia eine dritte Person festgenommen. Laut Polizeiangaben handelt es sich um den Freund einer der beiden verdächtigen Frauen.

Die Polizei in Malaysia hat im Zusammenhang mit dem Tod von Kim Jong Nam - dem Halbbruder des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Un - einen dritten Verdächtigen festgenommen. Es handele sich um den mutmaßlichen Freund einer der am Mittwoch festgesetzten zwei Frauen, sagte ein Polizeibeamter.

Für die 28-Jährige Frau mit vietnamesischem und die 25-Jährige mit indonesischem Pass hatte das Gericht zunächst sieben Tage Untersuchungshaft angeordnet. Indonesien verlangte, dass Konsularbeamte mit ihrer Staatsangehörigen sprechen dürfen.

Polizeifoto mit einer Verdächtigem nach dem Tod von Kim Jong Nam | Bildquelle: AP
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Bilder einer Überwachungskamera am Flughafen sollen eine der Verdächtigen zeigen.

Mit Chemikalie besprüht

Die Autopsie von Kims Leiche wurde bereits abgeschlossen, die sterblichen Überreste sollen jetzt an Nordkorea übergeben werden. Die Ergebnisse der Obduktion sind noch nicht bekannt. Sie könnten Klarheit geben, ob es sich tatsächlich um einen Giftmord handelte.

Ermittlungen nach Mord an Kim Jong Uns Halbbruder
tagesschau24 11:00 Uhr, 16.02.2017, Andreas Bauer, ARD-aktuell

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Kim Jong Nam war nach Angaben von malaysischen Regierungsvertretern auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben, nachdem er auf dem Flughafen von Kuala Lumpur plötzlich krank geworden war. Sanitätern habe er noch gesagt, dass er mit einer Chemikalie besprüht worden sei, hieß es.

Verschiedene Attentats-Versionen

Doch es kursieren auch weitere Versionen von dem Attentat. So heißt es, Kim sei mit einem mit Flüssigkeit getränkten Tuch oder mit präparierten Nadeln beziehungsweise Giftspritzen attackiert worden. Südkoreas Geheimdienst geht davon aus, dass nordkoreanische Agentinnen Kim Jong Nam vergiftet haben. Auch in den USA vermuten Experten, dass nordkoreanische Agenten hinter der Tat steckten.

Der ältere Halbbruder von Kim Jong Un verbrachte viel Zeit im Ausland und hatte sich öffentlich kritisch über die Führungsqualitäten seines jüngeren Halbbruders geäußert. Beide haben denselben Vater, den früheren nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il, aber unterschiedliche Mütter. Ursprünglich hatte Kim Jong Nam als Nachfolger seines Vaters gegolten. Doch nachdem er 2001 am Flughafen Tokio mit einem gefälschten Pass aufgegriffen worden war und erklärt hatte, er habe Disneyland Tokio besuchen wollen, war er offenbar in Ungnade verfallen.

Zahid Hamidi bei Pressekonferenz | Bildquelle: dpa
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Auf die Frage, ob Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hinter dem Mord stecke, antwortete Malaysias Innenminister Zahid Hamidi bei einer Pressekonferenz: "Das ist Spekulation."

Flucht ins Ausland

Danach kehrte er Nordkorea den Rücken und lebte vor allem in Singapur und Macau. Wiederholt hatte es Gerüchte gegeben, sein Halbbruder trachte ihm nach dem Leben. 2012 wurde in Südkorea ein Spion verhaftet, der angab, mit einem Mordauftrag für Kim Jong Nam aus Pjöngjang gekommen zu sein. Südkoreas Geheimdienstchef Lee Byung Ho sagte vor Abgeordneten in Seoul, das Regime in Pjöngjang habe seit fünf Jahren versucht, Kim Jong Nam aus dem Weg zu räumen.

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un soll in den vergangenen Jahren mehrmals Menschen aus seinem politischen und familiären Umfeld aus dem Weg geräumt haben. Unter anderem ließ er 2013 seinen Onkel Jang Song Thaek wegen angeblichen Verrats hinrichten.

Mit Informationen von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

Dritte Festnahme im Mordfall Kim Jong-Nam
H. Senzel, ARD Singapur
16.02.2017 13:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Februar 2017 um 11:00 Uhr.

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